Forschung, Kultur

Und wer bist du?! Das Playdate: Stream-Trilogie über Games und Werte

© Grafik; Jasmina El Bouamraoui für Stiftung Digitale Spielekultur

Im Fokus der Stream-Trilogie „Und wer bist du?! Das Playdate“ steht die Begegnung von zwei Influencer*innen, ihrer Communitys sowie ein Einblick in die Arbeit unseres Projekts „Games und Wertebildung“. Mit dem vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Vorhaben wollen wir aufzeigen, wie digitale Spiele für integrative Bildungsarbeit und Werteaktivierung bei jungen Erwachsenen genutzt werden können. Zu diesem Zweck wurde unter anderem ein Leitfragenkatalog entwickelt und ein Pitch Jam zur Konzeption von entsprechenden Spielideen veranstaltet. 

Wer bei den drei Playdates im Dezember 2023 und Januar 2024 aufeinandertraf, war sowohl für die Talents selbst als auch für ihre Communitys eine Überraschung und offenbarte sich erst zu Beginn der Livestreams. Im weiteren Verlauf stieß je ein*e Expert*in aus dem Umfeld der Stiftung dazu und hatte ein besonderes Spiel für eine anregende Diskussion im Gepäck. Ziel des Formats war ein Einstieg in das Thema Wertebildung im integrativen Kontext anhand der Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Wertvorstellungen der drei Beteiligten – inklusive einer Diskussion, wie und wo sich Werte in Games manifestieren und in einem integrativen Kontext aktivieren lassen. Hier präsentieren wir nachträglich angefertigte Zusammenschnitte der ursprünglichen Livestream-Formate. Für die Idee und Umsetzung der Playdates war die Agentur INSTINCT3 verantwortlich. 

Das erste Playdate fand am 11. Dezember 2023 statt. Aufeinander trafen Angelina (Twitch-Profil) und Papfi (Twitch-Profil), die sich zunächst bei einer Runde des kooperativen Puzzle-Shooters „Portal 2“ (Valve, 2011) kennengelernt haben. Als Special Guest schloss sich schließlich Medienpädagoge Stephan Schölzel dem Stream an.  

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Am Beispiel von „Spec Ops: The Line“ (Yager / 2K Games, 2012) haben die drei über Rollenbilder und Handlungsmöglichkeiten in Games diskutiert. Das Action-Spiel bietet auf den ersten Blick viele Genre-Klischees, wie heldenhafte US-Soldaten, die in einem von Sandstürmen verwüsteten Dubai gegen Aufständische kämpfen. Im Spielverlauf werden allerdings die Stereotypen von Held*innen und Schurk*innen zunehmend aufgebrochen, was Spielende mit moralischen Fragen in Bezug auf ihr eigenen Handlungen konfrontiert. Das Spiel eignet sich deshalb sehr gut, um z.B. über Schwarz-Weiß-Denken bei Konflikten zu diskutieren, woran Menschen die Unterscheidung von Freund von Feind festmachen und welchen Einfluss die eigene Perspektive auf die Vorstellung von Gut und Böse haben.

Am 15. Dezember 2023 begegneten sich beim zweiten Playdate die Streamer*innen Amanda Bella (Twitch-Profil) und suuN (Twitch-Profil). Zum Warmwerden haben die beiden das kooperative Survival-Abenteuer „Grounded“ (Obsidian Entertainment / Xbox Game Studios, 2023) gespielt. Im Anschluss trafen die beiden auf Game Designerin Mona Brandt von Paintbucket Games.   

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Anhand des Spiels „Chants of Sennaar“ (Rundisc / Focus Ent., 2023) haben die drei darüber diskutiert, wie das Erlernen einer Sprache wortwörtlich zum Schlüssel werden kann, eine fremde Kultur zu verstehenIn dem vom mythologischen Turm zu Babel inspirierten Spiel müssen neue Sprachen entschlüsselt werden, um die Bande zwischen verschiedenen Gemeinschaften wiederherzustellen. Anhand des Spiels lässt sich so u.a. darüber diskutieren, wie wichtig das Erlernen einer Sprache ist, um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. 

Das finale Playdate erfolgte am 19. Januar 2024 mit Yxnca (Twitch-Profil) und Sterzik (Twitch-Profil) Ins Gespräch kamen die beiden zunächst mit Hilfe des kooperativen Action-Adventures „It Takes Two“ (Hazelight Studios / EA, 2021). Im Anschluss lernten sie Quyên Vo vom Migrant*innen-Projekt „Jugendstil*“ kennen, die mit „Venba“ (Visai Games, 2023) ein Kochspiel im Gepäck hatte, das die Geschichte einer tamilischenEinwanderungsfamilie in Kanada erzählt.  

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Im Anschluss an die Spielsession diskutierten die drei darüber, wie das Spiel Migrationserfahrungen zugänglich macht und welche Gefühle das bei den Spielenden auslöst, da unter anderem auch Themen wie Rassismus und Diskriminierung im Spiel aufgegriffen werden. Außerdem wurde sowohl reflektiert wie die interaktiven Koch-Puzzles einen Zugang zur (kulinarischen) Kultur Indiens und zur persönlichen Geschichte der Protagonistin eröffnen, als auch welche wichtige Rolle Essen in migrantischen Communitys generell spielen kann.