Bildung, Forschung, Kultur

Gaming for Democracy

© Eva Himmeldirk
KONTAKT
Christian Huberts
Projektleiter
Die Initiative „Gaming for Democracy" stärkt das Potenzial von Gaming als Raum für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Engagement.

Die Initiative „Gaming for Democracy“ (kurz: G4D) bringt Akteur*innen aus Bildung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und dem gesamten Games-Ökosystem zusammen. Initiiert von der Stiftung Digitale Spielekultur und ihren Partnern, entsteht bis 2029 ein wachsendes Bündnis, das neue Ansätze der Demokratieförderung entwickelt, Wissen bündelt und gemeinsames Handeln ermöglicht.

Wir stoßen Games-basierte Formate zur Demokratieförderung an, organisieren Arbeitskreise zur Entwicklung innovativer Vermittlungsarbeit und bündeln Wissen in Tagungen und Publikationen. „G4D“ nimmt Gaming als kulturelle Größe sowie politischen Spielraum ernst und möchte nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen der Demokratie schaffen.

Die Initiative verfolgt bis 2029 folgende Ziele:

Gaming als selbstverständlichen Ort für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt etablieren
Demokratische Werte und Engagement für Demokratie in Gaming-Communitys stärken
Die Potenziale von Games für die Demokratiebildung im schulischen und außerschulischen Kontext ausloten
Lehrpersonen für einen verantwortungsvollen Einsatz von Games an Bildungseinrichtungen sensibilisieren
Das Games-Ökosystem ermutigen, ihre demokratischen Werte zu äußern und sich für die Demokratie zu engagieren
Organisationen befähigen, das Gaming-Ökosystem in ihre Arbeit einzubeziehen
60
Prozent der Menschen in Deutschland spielen Games.
(Quelle: game – Verband der Deutschen Games-Branche)
26
Prozent der Spielenden in Deutschland sind zwischen 10 und 29 Jahren alt.
(Quelle: game – Verband der Deutschen Games-Branche)
45
Prozent der Gaming-Enthusiast*innen haben sich in der Vergangenheit mit Petitionen, Unterschriftensammlungen oder Bürgerbeteiligungsverfahren politisch engagiert.
(Quelle: Studie „Spielräume für Demokratie" der Bertelsmann Stiftung)

Hintergrund

Demokratien stehen weltweit unter Druck. Autoritäre und populistische Kräfte nutzen globale Krisen gezielt, um Desinformation zu streuen, Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben und gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen – mit besonderem Erfolg bei jungen Menschen, die sich in Wahlen zunehmend den politischen Rändern zuwenden.

Laut Zahlen des game – Verband der Deutschen Games-Branche spielen rund 60 Prozent der Menschen in Deutschland im Alter von 6 bis 69 Jahren Games. Davon sind wiederum mehr als ein Viertel zwischen 10 und 29 Jahren alt. Diese jungen Gamer*innen bewegen sich in einem Gaming-affinen digitalen Raum, der ihre politische Sozialisation prägt und Räume für gesellschaftspolitische Debatten bietet. Wie die Studie „Spielräume für Demokratie“ der Bertelsmann Stiftung zeigt, engagieren sich insbesondere die Gaming Enthusiast*innen bereits regelmäßig politisch.

Während extremistische Gruppierungen versuchen, Gaming-Communitys gezielt für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, werden die demokratischen Potenziale der digitalen Lebenswelt junger Menschen noch immer nicht ausreichend ernst genommen – eine wirksame, akteursübergreifende und pro-demokratische Ansprache dieser Zielgruppe fehlt bislang nahezu vollständig.

Genau hier setzt die Initiative an: Gaming-Communitys sind gesellschaftlich relevante Orte, an denen demokratische Werte gelebt, verhandelt und gestärkt werden können.

Unsere Vision:

Die Initiative macht sich stark für eine Gesellschaft, in der Menschen durch die verbindende Kraft des Gamings, die Prinzipien und den Wert der freiheitlich-demokratischen Grundordnung erleben, verstehen und aktiv leben. Gaming wird als interaktiver digitaler Diskursraum für demokratisches Engagement, kritisches Denken und gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer pluralistischen Gesellschaft anerkannt.

 

Die Initiative versteht sich als:

  • Hub und Inkubator: Sie schafft Verbindungen, initiiert konkrete Maßnahmen der Demokratieförderung, nimmt aktiv Haltung für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ein
  • Ermöglicherin von Engagement: Sie unterstützt bestehende Akteur*innen, initiiert neue Bildungs- und Vermittlungsformate und bündelt Ressourcen
  • Partnerin der Games-Kultur: Gaming wird als eigenständige Kultur ernst genommen