Company of Heroes 2

20. Jahrhundert   II. Weltkrieg

Company of Heroes 2 versetzt die Spieler*innen in die Rolle von Kommandeur*innen an der Ostfront des Zweiten Weltkrieges. Dabei gibt es zwei große Spielmodi zu beachten: In der 14 Missionen umfassenden Hauptkampagne erlebt man die in Rückblenden erzählte Geschichte des wegen Landesverrats in einem Gulag inhaftierten sowjetischen Leutnants Lev Abramovich Isakovich, dessen Weg von der Verteidigung Moskaus über die Schlacht von Stalingrad bis hin zur Befreiung Polens und der Eroberung Berlins im April/Mai 1945 führt. Der zweite Modus „Kriegsschauplatz“ thematisiert in mehreren Solo- oder Kooperationsszenarien militärische Schlachten oder Kampagnen des Ostfeldzugs, wie den „Fall Blau“ im Juni 1942 oder die Südfront im Raum Donez des Jahres 1943. Die Spieler*innen müssen dabei verschiedene militärische Einheiten von Infanterie über Panzer bis hin zu Flugzeugen und Artillerie taktisch klug über das Schlachtfeld bewegen, Gegner aufklären, Hinterhalte legen, Deckung suchen sowie Nachschubpunkte und andere strategische Ziele erobern oder verteidigen.

Multiplayer

Allgemeine Infos

Entwickler: Relic Entertainment, Feral Interactive

Publisher: Feral Interactive, Sega

Jahr: 2013

Land: Nordamerika, Europa

Link: Offizielle Webseite

Verfügbar für: Windows, MacOS, Linux

Genre: Echtzeit-Strategie, Simulation

Altersfreigabe: USK 16

Allgemeine Infos

Entwickler: Relic Entertainment, Feral Interactive

Publisher: Feral Interactive, Sega

Jahr: 2013

Land: Nordamerika, Europa

Link: Offizielle Webseite

Verfügbar für: Windows, MacOS, Linux

Genre: Echtzeit-Strategie, Simulation

USK-Freigabe: ab 16 Jahren

Zusammenfassung

Company of Heroes 2 versetzt die Spieler*innen in die Rolle von Kommandeur*innen an der Ostfront des Zweiten Weltkrieges. Dabei gibt es zwei große Spielmodi zu beachten: In der 14 Missionen umfassenden Hauptkampagne erlebt man die in Rückblenden erzählte Geschichte des wegen Landesverrats in einem Gulag inhaftierten sowjetischen Leutnants Lev Abramovich Isakovich, dessen Weg von der Verteidigung Moskaus über die Schlacht von Stalingrad bis hin zur Befreiung Polens und der Eroberung Berlins im April/Mai 1945 führt. Der zweite Modus „Kriegsschauplatz“ thematisiert in mehreren Solo- oder Kooperationsszenarien militärische Schlachten oder Kampagnen des Ostfeldzugs, wie den „Fall Blau“ im Juni 1942 oder die Südfront im Raum Donez des Jahres 1943. Die Spieler*innen müssen dabei verschiedene militärische Einheiten von Infanterie über Panzer bis hin zu Flugzeugen und Artillerie taktisch klug über das Schlachtfeld bewegen, Gegner aufklären, Hinterhalte legen, Deckung suchen sowie Nachschubpunkte und andere strategische Ziele erobern oder verteidigen.

Erinnerungskulturelle Einordnung

 

Autor: Mathias Herrmann

Vermittlungspotential

Zeitaufwand

Komplexität

Erinnerungskulturelle Bedeutung

Der 2006 erschienene erste Teil der Reihe konzentrierte sich vorrangig auf die rein militärischen Aspekte und führte die Spieler*Innen von der Landung in der Normandie zu den Schlachten um Carentan und Cherbourg. Das Leid der Soldaten und der Zivilbevölkerung spielte dabei außerhalb der Darstellung von Kameradschaft und Freundschaft unter den Hauptprotagonisten eine untergeordnete Rolle. Company of Heroes 2 thematisiert den Zweiten Weltkrieg, speziell den „Großen Vaterländischen Krieg“ in der Sowjetunion nun teilweise drastischer und realistischer als der Vorgänger. So hat das Wetter innerhalb des Spiels beispielsweise eine Auswirkung auf die Truppen: Panzer können im Eis einbrechen, Soldaten bei großer Kälte erfrieren – diese Aspekte stehen aber ausschließlich im Kontext militärischer bzw. spielstrategischer Nützlichkeit, das Einzelschicksal wird dabei nicht beleuchtet. Einen anderen Stellenwert nehmen thematisierte Kriegsverbrechen ein. Diese betreffen nicht nur punktuell die deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager, sondern auch das Verhalten der Roten Armee gegenüber der Polnischen Heimatarmee bzw. den polnischen Partisanen. Thematisch setzt Company of Heroes 2 so einige Kontrapunkte zu anderen Titeln, denen es spielmechanisch ähnelt.

Diskussionspunkte

Die taktischen Entscheidungen, die die Spieler*innen im Laufe der einzelnen Partien treffen, sollen vorrangig zum Sieg und Abschluss der jeweiligen Mission führen. So klar, wie sich dadurch nach einiger Zeit die Struktur der zu erledigenden Aufgaben darstellt, so schwierig gestaltet sich allerdings innerhalb der Hauptkampagne die inhaltliche Metaebene. Die vorsichtige Darstellung deutscher Kriegsverbrechen (Majdanek) und die Befreiung eines Kriegsgefangenenlagers mag hierbei noch unproblematisch erscheinen. Problematischer erscheint der Umstand, dass die Befreier des Kriegsgefangenenlagers, die man in dieser Mission spielt, der polnischen Heimatarmee angehören und im Anschluss von Soldaten der Roten Armee und Offizieren des NKWD erschossen werden. Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch die Logik und Darstellung des Krieges. Aspekte wie die Exekution von sich zurückziehenden Rotarmisten („Befehl Nr. 227“) oder ihr Erstürmen deutscher Stellungen ohne Bewaffnung sind vor allem in den Bereich popkultureller Filmdarstellungen einzuordnen, generieren im Spiel aber den Anschein historisch-allgegenwärtiger Präsenz. Die Möglichkeit, innerhalb der „Kriegsschauplätze“ auch mit deutschen Verbänden zu spielen, bedarf ebenfalls einer kritischen Betrachtung. Generell führte aber vorrangig die Darstellung der sowjetischen Soldaten in Russland zu so großer Kritik, dass sich der russische Publisher dazu entschied, den weiteren Vertrieb zu stoppen.

Einsatzmöglichkeiten

Company of Heroes 2 bietet einige Zugänge für Betrachtungen im Unterricht. Der technik- und militärhistorische Zugriff wäre hier eine Möglichkeit, da der taktische Einsatz und das Zusammenspiel verschiedener Truppengattungen wesentliche Kernelemente des Spiels darstellen. Darüber hinaus können Leben und Leiden der Soldaten thematisiert werden, denn es spielen sowohl natürliche als auch menschengemachte Einflussfaktoren eine wichtige Rolle. Über die Darstellung der Schlachtfelder (zerstörte Dörfer und Städte) und die Thematisierung von Kriegsgräuel können deren Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft und das öffentliche Leben Eingang in das Unterrichtsgeschehen finden. Das Spiel birgt ebenso Diskussionspotential bezüglich historischer Transformations- und Rezeptionsprozesse. Gerade in diesem Zusammenhang bedarf es aber einer kritischen Begleitung, denn durch die actionreiche, schnelle und teilweise undifferenzierte Inszenierung innerhalb der Missionen besteht die Gefahr, dass solche Aspekte gar nicht erkannt werden. Eine Implementierung ist auch deshalb erschwert, weil es keine Möglichkeit gibt, das Geschehen auf dem Bildschirm zu pausieren. Auch wenn es sich bei Company of Heroes 2 um keinen aktuellen Titel mehr handelt, wird dennoch für eine optimale Darstellung eine zeitgemäße Hardware benötigt – daher sollte gegebenenfalls mit Videomaterial gearbeitet werden.

ÜBER DEN AUTOR:

Mathias Herrmann beschäftigt sich in Lehre und Forschung unter anderem mit Formen analogen und digitalen Spielens im Rahmen geschichtskultureller und geschichtsdidaktischer Betrachtungen.

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Zitierempfehlung

Herrmann, Mathias. „Company of Heroes 2“. Datenbank Games in der Erinnerungskultur. Stiftung Digitale Spielekultur, 24.06.2021. [URL], zuletzt aufgerufen am: [Datum]

Weiterführendes Material

Bender, Steffen. Virtuelles Erinnern. Kriege des 20. Jahrhunderts in Computerspielen. Bielefeld: trasnscript, 2012.

Campbell, Oliver. Why gaming’s latest take on war is so offensive to Russians. Letzte Änderung am 25. Juli 2013, https://www.polygon.com/2013/7/25/4553536/is-company-of-heroes-2-anti-russian.

Deppe, Martin und Michale Graf. Company of Heroes 2 im Test – Zufällig, unfair, schicksalhaft. Letzte Änderung am 21.06.2013, https://www.gamestar.de/artikel/company-of-heroes-2-im-test-zufaellig-unfair-schicksalhaft,3024884.html.

Merridale, Catherine. Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939 bis 1945. Frankfurt am Main: Fischer Verlag GmbH, 2006.

Moldenhauer, Harald. Der sowjetische NKVD und die Heimatarmee im „Lubliner Polen“ 1944/45. In Die polnische Heimatarmee. Geschichte und Mythos der Armia Krajowa seit dem Zweiten Weltkrieg, herausgegeben von Bernhard Chiari, 275-299, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2003.

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