Bildung

Projekttage Games Berlin-Brandenburg

© Jenny Neufeld für Stiftung Digitale Spielekultur
Im Rahmen der Projekttage bietet wir ganztägige Schüler*innen-Workshops in Berlin und Brandenburg an.

Bildungsexperten fordern seit langem, dass auch Digital- und Medienkompetenz Teil der Schulbildung sein sollten. Mangels finanzieller und technischer Ressourcen sieht die Realität an vielen Schulen leider anders aus. Insbesondere Schulen in strukturschwachen Regionen können diese essenzielle Kompetenzvermittlung kaum neben dem regulären Schulbetrieb leisten. Damit wird wertvolles Potenzial vieler Schüler*innen verschenkt, die sich für Programmieren, Coden oder eine Karriere im Games-Bereich interessieren. Darüber hinaus bleiben Möglichkeiten ungenutzt, Jugendliche auch im Schulkontext an den verantwortungsvollen Umgang mit dem Medium Games heranzuführen. Pädagogische Potentiale von digitalen Spielen bleiben unerkannt.

Hier knüpft die Idee der „Projekttage Games – Berlin/Brandenburg“ an. Gemeinsam mit Games-Schaffenden bietet die Stiftung Digitale Spielekultur ganztägige Projekttage an Schulen in Berlin und Brandenburg an. Im Juni 2020 wird Kindern und Jugendlichen in der Schule die Möglichkeit gegeben, verschiedene Themen der Spielekultur medienpädagogisch aufzuarbeiten, an Coding- und Programmierworkshops, Design-Kursen und ähnlichem teilzunehmen, um erste Einblicke in die Berufswelt Games zu bekommen. Zu diesen zwei großen Themenfeldern können verschiedene Workshops sowohl für einzelne Klassen als auch parallel für eine gesamte Jahrgangsstufe durchgeführt werden. Gefördert wird das Projekt vom Medienboard Berlin Brandenburg.

Bestandteile der Projekttage

Sie haben die Möglichkeit, aus zwei verschiedenen Schwerpunkten zu wählen. Je nach Anzahl der teilnehmenden Schüler*innen können mehrere Workshops parallel angeboten werden. Bitte informieren Sie sich über die möglichen Themenfelder und geben Sie diese bei der Bewerbung mit an. Eine Lehrkraft muss sowohl aus versicherungstechnischen als auch pädagogischen Gründen während des Projekttages anwesend sein.

Achtung:
Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Anreisezeiten der Expert*innen ein Projekttag nicht vor 09:00 Uhr beginnen kann.

Schwerpunkt I: Digitale Spiele im Unterricht

(empfohlen für Klassenstufen 7-9)

Durch geschulte Medienpädagog*innen sollen Schüler*innen der Sekundarstufe I an einen verantwortungsvollen Umgang mit Games und an die pädagogischen Potenziale digitaler Spiele herangeführt werden. Dies kann einerseits durch den Einsatz sogenannter Serious Games, welche konkret für den pädagogischen Zweck entwickelt wurden, als auch kommerzieller Unterhaltungstitel, die für das jeweilige Ziel zweckentfremdet werden („Serious Gaming“), erfolgen. Unterhaltungstitel bieten den Vorteil, dass sie im Medienalltag von Schüler*innen eine bedeutende Rolle spielen und mit ihnen verknüpfte Lernziele anschlussfähiger sind. Diese Lernziele können direkt dem Lehrplan regulärer Unterrichtsfächerentnommen werden.

Themenvorschläge:

  • Digitale Spiele als Zugang zu Kunst und Design (z. B. Typoman, Okami)
  • Geschichte erlebbar machen (z. B. Valiant Hearts, Assassin’s Creed Origins)
  • Kreatives Schreiben (z. B. Brothers: A Tale of Two Sons, Don’t Starve)
  • Physik-Experimente (z. B. Portal 2)
  • Reflektion von Moral und Werten (z. B. Life is Strange, Papers, please)
  • Geschlecht und Gesellschaft (spielübergreifende Diskussionen)
  • Politik und Gesellschaft (z.B. Through the Darkest of Times, This War of Mine)

Schwerpunkt II: Berufsvorbereitung für die Digitalbranche

(empfohlen für Klassenstufen 10-12)

Im Zuge der Digitalisierung ergeben sich neue Berufsfelder, auf die herkömmliche Berufsvorbereitungsmaßnahmen in der Schule nur mangelhaft vorbereiten können. Der vielfältige Arbeitsmarkt der Spielebranche ist für Berufseinsteiger*innen schwer zu überschauen. In ländlichen Regionen mangelt es darüber hinaus an berufsfeldorientierenden Stellen, die über diese zukunftsträchtigen Berufe aufklären können. Deshalb sollen Praktiker*innen aus der Region Berlin-Brandenburg in die Schulen eingeladen werden, um über ihren Beruf zu sprechen und Fragen der Schüler*innen zu beantworten.

Welche Berufsbilder genau besprochen werden, wird im Vorfeld mit den bestehenden Akteur*innen abgestimmt. Generell sollte unabhängig von den Spezialisierungen der anwesenden Expert*innen das breite Spektrum der Berufe in der Spielebranche verdeutlicht werden.

 

Mögliche Berufsfelder:

  •  Animation
  • Community Management
  • Game-Design
  • Grafik-Design
  • Level-Design
  • Lokalisierung
  • Produktion
  • Programmierung
  • Sound-Design
  • Writing / Interaktive Narration

Gefördert von