A Normal Lost Phone

Inklusion, Geschlecht & Diversität | Storytelling

Wie der Titel bereits verrät handelt die interaktive Erzählung „A Normal Lost Phone“ von einem verlorenen Smartphone, das zufällig von den Spieler*innen gefunden wird. Da das Handy nicht passwortgeschützt ist stellt sich ziemlich schnell heraus, dass es jemande namens Sam gehört, der an seinem achtzehnten Geburtstag verschwunden zu sein scheint. Um mehr herauszufinden tasten sich die Spieler*innen durch die intimsten Apps und Ordner seines Smartphones. E-Mails, SMS-Nachrichten und Tagebucheinträge werden gelesen, seine Online-Profile studiert und seine privaten Fotos betrachtet. Über die verschiedenen Fragmente erzählt das Spiel dabei eine einfühlsame Geschichte über die komplexe Kategorie Geschlecht und den Wunsch nach gesellschaftlicher Akzeptanz jenseits heteronormativer Vorstellungen.

Allgemeine Infos

Pädagogische Einordnung
 

Autor: Martin Fischer

Zeitaufwand

Komplexität

Problematische Aspekte

Häusliche Gewalt, Diskriminierung

Spielinhalt

In „A Normal Lost Phone“ lernt man die Beziehungen, Familien und Freundschaften des Transmädchens Sam durch das Erforschen Ihres verlorenen Telefons kennen.

Spielmechanik

Das Interface ist ein simuliertes Telefonmenü, mit verschiedenen Apps, die teilweise passwortgeschützt sind. Aus Texten und Bildern lassen sich Passwörter herausfinden, was den Spielfluss strukturiert.

Pädagogische Einsatzfelder

„A Normal Lost Phone“ bietet einen Einblick in die Lebenswelt eines transsexuellen Teenagers. Durch geschickt verpackte Rätsel entsteht ein Lesefluss, der nur schrittweise Einblick in die Persönlichkeit und Genderidentität von Sam gibt. Spieler*innen werden mit den negativen Reaktionen auf Sams Coming Out konfrontiert und am Schluss lässt Sam ihr altes Leben und die alten Kontakte, auch zur Familie, hinter sich. Das Spiel baut eine emotionale Verbindung zu Sam auf und zeigt sowohl positive als auch negative Reaktionen auf ihr Coming Out. Diese emotionalen Momente können für die Spielenden sehr bereichernd sein und insbesondere für LGBTQ Jugendliche wichtige Bezugspunkte bieten. Die erzählte Geschichte bietet sich als Diskussionsstart für die Themen Sexualität, Gender und Solidarität, wodurch es gut in den Fächern Ethik, Sozialkunde aber auch Biologie eingesetzt werden kann. Eine methodische Vorbereitung von „A Normal Lost Phone“ in diesem Kontext findet sich unter: https://digitale-spielewelten.de/methoden/wer-ist-sam-unterstutzung-fur-lsbtiq-jugendliche/253

Das Spiel ist leicht zugänglich und gut verständlich. Es verpackt, in einem sehr intimen Zugang Informationen über die Entdeckung der eigenen Sexualität, Transsexualität und die Ausgrenzung, welche LGBTQ-Personen widerfahren kann.
Gleichzeitig besteht das Spiel aus einem kontinuierlichen Einbruch in Sams Privatsphäre. In der Diskussion des Spiels sollte der Aspekt des Umgangs mit sensiblen Daten nicht ignoriert werden. Das Konzept sich durch ein fremdes Telefon zu wühlen und private Geheimnisse auszuspähen, kann sowohl im Rahmen von Ethik, aber auch in Informatik unter dem Aspekt „Datenschutz“/ „Datensicherheit“ analysiert und abgerundet werden.

„A Normal Lost Phone“ hat ein IARC Alterskennzeichen ab 12 Jahren. Die Inhalte werden auf einer schriftlichen Ebene präsentiert, erzeugen aber Empathie. Die Themen sind komplex und erfordern Reife und Aufgeschlossenheit.

ÜBER DEN AUTOR:

Martin Fischer verbindet seit 2009 politische Bildung und Medienpädagogik und leitet die Initiative gameoverhate (Website: gameoverhate.eu; Twitter: @gameoverhate).

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