Community Support Network







Gaming-Communitys sind wichtige Räume, in denen insbesondere junge Menschen Orientierung und Sozialisierung erfahren. Das Projekt „Community Support Network – Management- und Care-Strukturen für resiliente Gaming-Communitys“ stärkt diese Potenziale, indem es Community-Management als demokratische Praxis versteht. Es qualifiziert Community-Manager*innen und Moderator*innen, fördert Peer-Care-Strukturen und stellt praxisnahe Materialien als Open Educational Resources (OER) bereit.
Community Support Network ist ein Projekt der Stiftung Digitale Spielekultur, gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Trainings werden von erfahrenen Expert*innen aus Community-Management, Konfliktmoderation und politischer Bildung durchgeführt.
Unser Angebot
Qualifizierung für professionelles Community-Management
Community-Manager*innen und -Moderator*innen lernen in sechs digitalen Modulen, wie sie Gaming-Communitys sicher, fair und resilient gestalten – praxisnah, flexibel und kostenlos. Gleichzeitig werdet ihr Teil eines aktiven Slack-Netzwerks mit Sprechstunden, Coachings und Peer Support, in denen ihr euch austauscht und voneinander lernt. Denn gut vorbereitete Teams reagieren schneller, deeskalieren souveräner und schützen eure Community und eure IPs vor Hass, Toxizität und Radikalisierungsversuchen.
Infos für Teilnehmende und Games-Unternehmen
Warum Ihr profitiert
- Professionalisierung und Vernetzung:
Erfahrene Community-Manager*innen vermitteln Euch, wie sich resistente, faire und sichere Diskursräume gestalten lassen. - Rechtssicherheit:
Dokumentation, Meldewege und Policy-Design auf aktuellem Stand – plattformübergreifend anwendbar. - Stärkere Community-Bindung:
Faire, transparente Moderation fördert aktive, loyale Communitys. Das bindet sowohl Mitglieder als auch Verantwortliche. - Shitstorm-Prävention:
Klare Eskalationspfade und De-Eskalationstechniken schützen Eure Kanäle / Foren / IPs, bevor ein Vorfall eskaliert. - Mental Health Eures Teams
Self-Care-Strategien und Peer-Support-Strukturen beugen Überlastung von Verantwortlichen vor.
Das Format auf einen Blick
- Wann?
Ab Juni 2026, gestaffelt über mehrere Monate - Wo?
Digital via Zoom – kein Reiseaufwand - Wie lang und wie oft?
6 × 90–120min, flexibel kombinierbar - Für wen?
Für Community-Manager*innen und -Moderator*innen (Festangestellte, Freie, Ehrenamtliche) mit aktiver Rolle in einer Gaming-Community. Die Teilnahme ist kostenfrei. - Werkzeuge
Policy-Templates, Red-Flag-Checklisten, Moderations-Flows, rechtlich geprüfte Meldewege uvm. als OER (Open Educational Resources) - Zertifikat
Ab mindestens 4 von 6 absolvierten Modulen
Die sechs Module im Überblick
Unsere Expert*innen
Carolin Wendt ist eine Expertin mit über elf Jahren Erfahrung in der Spielebranche. Sie arbeitete über 7 Jahre im Community Management, wovon sie 3 Jahre lang ein internationales Community-Manager-Team bei CD PROJEKT RED geleitet hat. Seit kurzem ist sie für die globale Content Creator-Strategie der Firma verantwortlich. Neben ihrer großen Leidenschaft für Spiele und ihrem Interesse an den ungewöhnlichsten Themen verfügt sie über einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft. 
Jolina Bering begleitet nun schon seit über 5 Jahren die digitale Kreativ- und Gamingbranche psychologisch beratend und unterstützt dabei sowohl Einzelpersonen und Kreativschaffende sowie Teams und Redaktionen dabei psychisch gesund zu bleiben und das psychische Wohlbefinden im beruflichen Alltag zu fördern. Als Psychologin mit dem Schwerpunkt Gaming, aber auch als Gamerin seit frühester Kindheit verbindet sie mit der Gaming-Community nicht nur ein beruflich-fachliches Verhältnis, sondern auch ein persönliches. Daher ist es ihr ein besonderes Anliegen positive Community-Erfahrungen zu unterstützen und Communities zu sicheren Orten für Spieler*innen aller Art zu machen.
Mick Prinz ist Sozialwissenschaftler und arbeitet seit 2016 in der Amadeu Antonio Stiftung. Sein Schwerpunkt ist das Thema Gaming und Rechtsextremismus. Gemeinsam mit Spieler*innen arbeitet er daran, differenziert über dieses Thema aufzuklären, Missstände zu benennen und gleichzeitig positive Entwicklungen nicht außer Acht zu lassen. Seit 2020 leitet er das Team von „Good Gaming“ in der Amadeu Antonio Stiftung und blickt auf demokratische und antidemokratische Aspekte der Gaming-Kultur.
Marylin Marx ist Lead für Community Management bei der Webedia GmbH. Zum Medienhaus gehören die Reichweitenstarken Gaming-Magazine GameStar, GamePro und Mein-MMO. Dort ist sie nicht nur für die übergreifende Moderations-Strategie verantwortlich, sondern findet zusammen mit ihrem Team und den Redaktionen Mittel und Wege, Gaming-Communitys eine Stimme zu geben. Darüber hinaus hält sie Vorträge und schreibt Fachbuchkapitel zum Thema Hate Speech. Für sie ist gutes Community-Management eine der zentralsten Punkte, Hass und Toxizität im Netz zu bekämpfen. Nicht nur, weil eine klare und faire Moderation unabdingbar ist, sondern weil durch gemeinsamen Austausch und das Einstehen für Werte resilliente Communitys gebildet werden, in denen wir dem schönsten Hobby der Welt nachgehen können: Dem Gaming. 
Florian Rohde ist seit 2014 im Community Management tätig. Bei verschiedenen Gaming-Unternehmen sammelte er Erfahrungen in den Bereichen Social-Media-Management, Aufbau und Pflege von Communities, sowie der Organisation und dem Hosting von Veranstaltungen. Nachdem er 2019 als Community & Player Support Lead zu YAGER kam, war er Teil des Projektleitungsteams von „The Cycle: Frontier“ und sorgte dafür das die Perspektive der Community Gehör fand, hat den Kommunikationston definiert und war gleichzeitig das Sprachrohr nach Außen. Florian leitete ein internationales Community-Team und war der Ansprechpartner für den externen Support-Anbieter.
Anmeldung
Über den folgenden Link gelangt Ihr zu unserem Slack-Kanal, über den wir zeitnah sämtliche Infos zu Terminen, Fristen und zum Anmeldeprozess bekannt geben.
Bitte beachtet vor der Mitwirkung unsere Datenschutzerklärung.
Hintergrund
Gaming und Netzkultur prägen den Alltag junger Menschen und gehen weit über das Spielen hinaus. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung verstehen sich 57 % der Vielspielenden als Teil einer oder mehrerer Gaming-Communitys. 87 % fühlen sich dort verstanden und unterstützt. Gleichzeitig sind diese Räume auch Orte gesellschaftspolitischer Diskussionen. Jede*r zweite Games-Enthusiast*in beteiligt sich daran. Zugleich berichten 35 % der Spielenden von Hass-, Beleidigungs- oder Diskriminierungserfahrungen.
Eine Schlüsselrolle spielen in den Communitys die Community-Manager*innen und -Moderator*innen: Sie gestalten Räume, moderieren Austausch, lösen Konflikte und ermöglichen Beteiligung. Hier setzt das Projekt „Community Support Network“ an: Es versteht Community-Management als demokratische Praxis und stärkt bestehende Potenziale. Durch praxisnahe Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote befähigt es Community-Verantwortliche, resiliente, faire und sichere Diskursräume zu gestalten.
Gleichzeitig ist Community-Management ein noch junges, dynamisches Berufsfeld, das oft durch „Learning by Doing“ geprägt ist. Die Verantwortung für Sicherheit, Konfliktprävention und demokratische Diskurskultur wird häufig unterschätzt, ebenso wie der zeitliche und emotionale Druck dieser Rolle. Klar ist daher: Stabile Gaming-Communitys entstehen nicht von selbst. Sie brauchen engagierte Mitglieder und kompetente Community-Leitungen, die Orientierung geben und demokratische Werte im digitalen Alltag verankern.
Im Rahmen des Sondervorhabens „Community Support Network“ entwickelt die Stiftung Digitale Spielekultur deshalb ein Qualifizierungs- und Unterstützungsprogramm für Community-Manager*innen und Moderator*innen, um Gaming-Communitys als resiliente und faire Gemeinschaften zu stärken. Das Vorhaben verfolgt einen ressourcenorientierten Ansatz: der Aufbau von Schutzfaktoren, die Förderung von Kompetenzen und Strukturen durch Peer-Learning sowie die Etablierung nachhaltiger Community-Governance stehen im Mittelpunkt.
Projektziele:
- Community-Manager*innen gewinnen Handlungssicherheit und strukturelle Klarheit, um ihre Communitys als resiliente, faire und sichere Diskursräume zu gestalten.
- Communitys etablieren transparente Moderations- und Governance-Strukturen.
- Ehrenamtliche Moderator*innen werden entlastet und gestärkt.
- Peer-Unterstützung wird als selbstverständlicher Bestandteil von Community-Kultur verankert.
- Gaming wird sichtbarer als Raum konstruktiver Debattenkultur und gesellschaftlicher Verantwortung.
Gesellschaftliche Wirkung:
- Gaming-Communitys werden als resiliente digitale Sozialräume gefestigt.
- Zugehörigkeit, Sicherheit und respektvolle Kommunikation werden gestärkt.
- Demokratische Werte wie Fairness, Verantwortung, Transparenz und Teilhabe werden im Community-Alltag erlebbar.
- Das Gaming-Ökosystem positioniert sich aktiv als gestaltende Kraft für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
- Extremismus, Radikalisierung, Hass und Toxizität wird vorgebeugt.




