Bildung, Kultur

Community Support Network

© Stiftung Digitale Spielekultur
KONTAKT
Sophie Pownall
Projektmanagerin
Thomas Sabel
Projektmanager
Yasmin Babb
Projektmanagerin
Das „Community Support Network“ stärkt Management- und Care-Strukturen für resiliente Gaming-Communitys.

Gaming-Communitys sind wichtige Räume, in denen insbesondere junge Menschen Orientierung und Sozialisierung erfahren. Das Projekt „Community Support Network – Management- und Care-Strukturen für resiliente Gaming-Communitys“ stärkt diese Potenziale, indem es Community-Management als demokratische Praxis versteht.  Es qualifiziert Community-Manager*innen und Moderator*innen, fördert Peer-Care-Strukturen und stellt praxisnahe Materialien als Open Educational Resources (OER) bereit.  

Community Support Network ist ein Projekt der Stiftung Digitale Spielekultur, gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Trainings werden von erfahrenen Expert*innen aus Community-Management, Konfliktmoderation und politischer Bildung durchgeführt.

 

Unser Angebot

Qualifizierung für professionelles Community-Management

Community-Manager*innen und -Moderator*innen lernen in sechs digitalen Modulen, wie sie Gaming-Communitys sicher, fair und resilient gestalten – praxisnah, flexibel und kostenlos. Gleichzeitig werdet ihr Teil eines aktiven Slack-Netzwerks mit Sprechstunden, Coachings und Peer Support, in denen ihr euch austauscht und voneinander lernt. Denn gut vorbereitete Teams reagieren schneller, deeskalieren souveräner und schützen eure Community und eure IPs vor Hass, Toxizität und Radikalisierungsversuchen.

Programmübersicht 2026 

 

Thema 

Datum 

Beschreibung 

1 Moderation: Deeskalation & wertschätzende Kommunikation   16 – 18 Uhr 01.07.2026   Flaming wird es immer geben – wie reagiere ich souverän und deeskalierend darauf und wie kann ich als Vorbild eine respektvolle Kommunikationskultur in meine Community einbringen? Mit Sören Magerkort, Team Lead Communities Germany bei mydealz, bufft ihr eure Barter-Fähigkeit.    
2 Community Management: Tools, Governance & Policy Design   16 – 18 Uhr
08.07.2026   
Community Management: Wie machen es die Profis? Mit welchen Tools kann ich meine Arbeit professionalisieren? Wie baue ich vernünftige Strukturen auf, um meine Community zu schützen und resilient zu machen? Marylin Marx, Lead für Community Management bei der Webedia GmbH, zeigt euch, wie es geht.   
3 Resilience Building: Self Care & Mental Health   16 – 18 Uhr 15.07.2026   Wie kann ich mich selbst stärken, um anschließend meine Community zu stärken? Gaming-Psychologin Jolina Bering gibt euch Tipps dazu, wie ihr mit den schwierigen Erfahrungen umgehen könnt, mit denen ihr beim Einsatz als Tank in euren Communitys konfrontiert seid.   
4 Community Building: Peer Support, Care Rollen und Resilienz. 

 

16 – 18 Uhr 16.09.2026 Wie kann ich meine Community dabei unterstützen, nachhaltige Strukturen aufzubauen und sie insgesamt sicherer und resilienter zu machen? Florian Rohde, Community Manager bei YAGER, zeigt dir, wie du dich selbst und dein Team entlastest und gleichzeitig Community-Mitglieder aktiv in die Gestaltung und Weiterentwicklung eurer Community einbeziehst. 

 

5 Rechtsfragen im Community Management: Meinungsfreiheit, Nutzungsbedingungen und EU-Recht 

 

16 – 18 Uhr
23.09.2026 
Mit Drohungen und Anwälten konfrontiert? Diskussionen über Meinungsfreiheit bis spät in die Nacht? Kai Bodensiek zeigt dir, worauf es rechtlich im Community Management ankommt. Er erklärt, welche Handlungsspielräume du hast, wo die rechtlichen Grenzen liegen. Zu seinem Mandantenkreis zählen unter anderem Unternehmen aus dem professionellen eSports sowie Streamerinnen und Streamer. 

 

6 Unverpixelter Hass: Antisemitismus, Rassismus und andere Menschenfeindlichkeit im Gaming 

 

 

16 – 18Uhr 30.09.2026 Was haben die Debatte um eine weibliche Hauptfigur im neuen God of War, die Gestaltung des neuen GTA VI Covers und die Bewertung eines NPC in Kingdom Come Deliverance II gemeinsam? An allen drei Beispielen haben sich hasserfüllte Diskussionen in den Kommentarspalten entzündet, die von toxischen Narrativen geprägt sind. Wie können wir als Community-Manager*innen mit diesen und extremeren Beispielen umgehen? Wie instrumentalisieren Menschenfeinde die Gaming-Kultur und wie sollten wir dagegen halten? Diese Fragen bespricht Mick Prinz vom Projekt Good Gaming Support der Amadeu Antonio Stiftung im Workshop. 

Community Support Network: Moderation Jam auf der gamescom 2026 

Du engagierst dich in Gaming-Communitys als Moderator*in oder aktives Community-Mitglied? Du möchtest dazu beitragen, sichere, respektvolle und konstruktive Community-Räume zu gestalten? Dann bewirb dich für das Community Support Network: Moderation Jam auf der gamescom 2026 in Köln. 

Was erwartet dich? 

Im Moderation Jam bringen wir ehrenamtliche Moderator*innen und engagierte Community-Mitglieder zusammen, um gemeinsam praxisnahe Ansätze für Community-Management und Moderation zu entwickeln. Du bringst deine Erfahrungen aus der Praxis ein – wir liefern Methoden, Impulse und ein erprobtes Framework. 

Das bieten wir 

  • gamescom-Wildcard-Ticket für den Fachbesuchertag 
  • Fahrtkostenzuschuss  
  • Verpflegungspauschale am Veranstaltungstag 

Programm 

10:00–13:00 Uhr
Moderation Jam: Communitys gemeinsam entwickeln und gestalten 

13:00–19:00 Uhr
Freie Erkundung der gamescom am Fachbesuchertag 

Ab 20:00 Uhr
Community-Stammtisch mit Gästen aus Gaming, Community-Management und Demokratiebildung

Bewerbung 

Für die Bewerbung benötigen wir eine kurze Motivation, warum du am Moderation Jam teilnehmen möchtest. 

Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, können wir leider nicht alle Bewerbungen berücksichtigen. Nach Ende der Bewerbungsphase sichten wir alle Einreichungen und informieren dich bis spätestens 22.07.2026, ob du einen Platz im Moderation Jam erhalten hast. 

Bewerbungsfrist: 17. Juli, 23:59 Uhr. 

Unsere Expert*innen

Carolin Wendt ist eine Expertin mit über elf Jahren Erfahrung in der Spielebranche. Sie arbeitete über 7 Jahre im Community Management, wovon sie 3 Jahre lang ein internationales Community-Manager-Team bei CD PROJEKT RED geleitet hat. Seit kurzem ist sie für die globale Content Creator-Strategie der Firma verantwortlich. Neben ihrer großen Leidenschaft für Spiele und ihrem Interesse an den ungewöhnlichsten Themen verfügt sie über einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft.  

Jolina Bering begleitet nun schon seit über 5 Jahren die digitale Kreativ- und Gamingbranche psychologisch beratend und unterstützt dabei sowohl Einzelpersonen und Kreativschaffende sowie Teams und Redaktionen dabei psychisch gesund zu bleiben und das psychische Wohlbefinden im beruflichen Alltag zu fördern. Als Psychologin mit dem Schwerpunkt Gaming, aber auch als Gamerin seit frühester Kindheit verbindet sie mit der Gaming-Community nicht nur ein beruflich-fachliches Verhältnis, sondern auch ein persönliches. Daher ist es ihr ein besonderes Anliegen positive Community-Erfahrungen zu unterstützen und Communities zu sicheren Orten für Spieler*innen aller Art zu machen.

Sören Magerkort ist Soziologe (M.A.) und seit knapp fünf Jahren im professionellen Community Management tätig. Als „Team Lead Communities Germany“ bei mydealz leitet er derzeit das dortige Community Support Team, die nicht nur die Plattform moderieren, sondern auch erste Ansprechpartner für Community Events sind. Davor war er Community Manager für das Spiel „Homeworld Mobile“, welches in Zusammenarbeit von Stratosphere Games und Gearbox Publishing entstand. Vor seinem Wechsel in das Community Management forschte er an der Universität Kassel zu Mediensoziologie und Hochschulforschung. In der Freizeit spielt Sören gerne TCGs. Daneben ist er seit über 10 Jahren in ehrenamtlichen Positionen in der Anime-Szene (Connichi, Eigakai) und anderen Subkulturen unterwegs.

 

Marylin Marx ist Lead für Community Management bei der Webedia GmbH. Zum Medienhaus gehören die Reichweitenstarken Gaming-Magazine GameStar, GamePro und Mein-MMO. Dort ist sie nicht nur für die übergreifende Moderations-Strategie verantwortlich, sondern findet zusammen mit ihrem Team und den Redaktionen Mittel und Wege, Gaming-Communitys eine Stimme zu geben. Darüber hinaus hält sie Vorträge und schreibt Fachbuchkapitel zum Thema Hate Speech. Für sie ist gutes Community-Management eine der zentralsten Punkte, Hass und Toxizität im Netz zu bekämpfen. Nicht nur, weil eine klare und faire Moderation unabdingbar ist, sondern weil durch gemeinsamen Austausch und das Einstehen für Werte resilliente Communitys gebildet werden, in denen wir dem schönsten Hobby der Welt nachgehen können: Dem Gaming. 

Florian Rohde ist seit 2014 im Community Management tätig. Bei verschiedenen Gaming-Unternehmen sammelte er Erfahrungen in den Bereichen Social-Media-Management, Aufbau und Pflege von Communities, sowie der Organisation und dem Hosting von Veranstaltungen. Nachdem er 2019 als Community & Player Support Lead zu YAGER kam, war er Teil des Projektleitungsteams von „The Cycle: Frontier“ und sorgte dafür das die Perspektive der Community Gehör fand, hat den Kommunikationston definiert und war gleichzeitig das Sprachrohr nach Außen. Florian leitete ein internationales Community-Team und war der Ansprechpartner für den externen Support-Anbieter. 

Mick Prinz ist Sozialwissenschaftler und arbeitet seit 2016 in der Amadeu Antonio Stiftung. Sein Schwerpunkt ist das Thema Gaming und Rechtsextremismus. Gemeinsam mit Spieler*innen arbeitet er daran, differenziert über dieses Thema aufzuklären, Missstände zu benennen und gleichzeitig positive Entwicklungen nicht außer Acht zu lassen. Seit 2020 leitet er das Team von „Good Gaming“ in der Amadeu Antonio Stiftung und blickt auf demokratische und antidemokratische Aspekte der Gaming-Kultur.

Unser Community Space

Über den folgenden Link gelangt Ihr zu unserem Slack-Kanal, über den wir zeitnah sämtliche Infos zu Terminen, Fristen und zum Anmeldeprozess bekannt geben. Außerdem findet dort jeden letzten Donnerstag im Monat unser Online-Stammtisch für Community Managers und Moderators statt. Mit inzwischen über 100 Mitgliedern bietet unsere Community ein starkes Netzwerk für Austausch und Unterstützung.

Bitte beachtet vor der Mitwirkung unsere Datenschutzerklärung.

Zertifikat

Wenn du 4 von 6 Modulen erfolgreich absolvierst, hast du Anspruch auf ein Zertifikat.

Dein Zertifikat wird automatisch anhand deiner Anmeldedaten und deiner Teilnahme an den Sessions erstellt.

Bitte beachte, dass wir deine Teilnahme möglicherweise nicht korrekt erfassen können, wenn du mit unterschiedlichen Namen an den Sessions teilnimmst. In diesem Fall setzen wir uns mit dir in Verbindung.

Infos für Teilnehmende und Games-Unternehmen

Warum Ihr profitiert

  • Professionalisierung und Vernetzung:
    Erfahrene Community-Manager*innen vermitteln Euch, wie sich resistente, faire und sichere Diskursräume gestalten lassen.
  • Rechtssicherheit:
    Dokumentation, Meldewege und Policy-Design auf aktuellem Stand – plattformübergreifend anwendbar. 
  • Stärkere Community-Bindung:
    Faire, transparente Moderation fördert aktive, loyale Communitys. Das bindet sowohl Mitglieder als auch Verantwortliche. 
  • Shitstorm-Prävention:
    Klare Eskalationspfade und De-Eskalationstechniken schützen Eure Kanäle / Foren / IPs, bevor ein Vorfall eskaliert. 
  • Mental Health Eures Teams
    Self-Care-Strategien und Peer-Support-Strukturen beugen Überlastung von Verantwortlichen vor. 

Das Format auf einen Blick

  • Wann?
    Ab Juli 2026, gestaffelt über mehrere Monate
  • Wo?
    Digital via Zoom – kein Reiseaufwand
  • Wie lang und wie oft?
    6 × 90–120min, flexibel kombinierbar
  • Für wen?
    Für Community-Manager*innen und -Moderator*innen (Festangestellte, Freie, Ehrenamtliche) mit aktiver Rolle in einer Gaming-Community. Die Teilnahme ist kostenfrei.
  • Werkzeuge
    Policy-Templates, Red-Flag-Checklisten, Moderations-Flows, rechtlich geprüfte Meldewege uvm. als OER (Open Educational Resources)
  • Zertifikat
    Ab mindestens 4 von 6 absolvierten Modulen

Hintergrund

Gaming und Netzkultur prägen den Alltag junger Menschen und gehen weit über das Spielen hinaus. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung verstehen sich 57 % der Vielspielenden als Teil einer oder mehrerer Gaming-Communitys. 87 % fühlen sich dort verstanden und unterstützt. Gleichzeitig sind diese Räume auch Orte gesellschaftspolitischer Diskussionen. Jede*r zweite Games-Enthusiast*in beteiligt sich daran. Zugleich berichten 35 % der Spielenden von Hass-, Beleidigungs- oder Diskriminierungserfahrungen.

Eine Schlüsselrolle spielen in den Communitys die Community-Manager*innen und -Moderator*innen: Sie gestalten Räume, moderieren Austausch, lösen Konflikte und ermöglichen Beteiligung. Hier setzt das Projekt „Community Support Network“ an: Es versteht Community-Management als demokratische Praxis und stärkt bestehende Potenziale. Durch praxisnahe Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote befähigt es Community-Verantwortliche, resiliente, faire und sichere Diskursräume zu gestalten.

Gleichzeitig ist Community-Management ein noch junges, dynamisches Berufsfeld, das oft durch „Learning by Doing“ geprägt ist. Die Verantwortung für Sicherheit, Konfliktprävention und demokratische Diskurskultur wird häufig unterschätzt, ebenso wie der zeitliche und emotionale Druck dieser Rolle. Klar ist daher: Stabile Gaming-Communitys entstehen nicht von selbst. Sie brauchen engagierte Mitglieder und kompetente Community-Leitungen, die Orientierung geben und demokratische Werte im digitalen Alltag verankern.

Im Rahmen des Sondervorhabens „Community Support Network“ entwickelt die Stiftung Digitale Spielekultur deshalb ein Qualifizierungs- und Unterstützungsprogramm für Community-Manager*innen und Moderator*innen, um Gaming-Communitys als resiliente und faire Gemeinschaften zu stärken. Das Vorhaben verfolgt einen ressourcenorientierten Ansatz: der Aufbau von Schutzfaktoren, die Förderung von Kompetenzen und Strukturen durch Peer-Learning sowie die Etablierung nachhaltiger Community-Governance stehen im Mittelpunkt.

Projektziele: 

  • Community-Manager*innen gewinnen Handlungssicherheit und strukturelle Klarheit, um ihre Communitys als resiliente, faire und sichere Diskursräume zu gestalten. 
  • Communitys etablieren transparente Moderations- und Governance-Strukturen. 
  • Ehrenamtliche Moderator*innen werden entlastet und gestärkt. 
  • Peer-Unterstützung wird als selbstverständlicher Bestandteil von Community-Kultur verankert. 
  • Gaming wird sichtbarer als Raum konstruktiver Debattenkultur und gesellschaftlicher Verantwortung. 

 

Gesellschaftliche Wirkung: 

  • Gaming-Communitys werden als resiliente digitale Sozialräume gefestigt. 
  • Zugehörigkeit, Sicherheit und respektvolle Kommunikation werden gestärkt. 
  • Demokratische Werte wie Fairness, Verantwortung, Transparenz und Teilhabe werden im Community-Alltag erlebbar. 
  • Das Gaming-Ökosystem positioniert sich aktiv als gestaltende Kraft für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
  • Extremismus, Radikalisierung, Hass und Toxizität wird vorgebeugt.