Undertale

Ethik | Storytelling

In dem Rollenspiel „Untertale“ begibt man sich als das Kind Frisk auf eine liebevoll gestaltete Abenteuerreise. Das Spiel erzählt mit einem sonderbaren Humor eine spannende Geschichte in einer pixeligen Welt, in der sich Menschen und Monster prinzipiell feindlich gegenüberstehen. Die Spieler*innen können in diesem Spiel jedoch selbst wählen, für welchen Umgang mit den doch sehr menschlichen, Monstern sie sich entscheiden. Sie können sie entweder bekämpfen oder Freundschaften schließen. Abhängig vom Spielstil werden verschiedene Endszenarien der Geschichte geboten. Das Spiel verlangt den Spieler*innen auf diese Weise eine moralische Reflexion über ihr Tun ab und zeigt ihnen die Konsequenzen ihres Handelns auf. Darüber hinaus hinterfragt und unterwandert „Undertale“ gekonnt und für Kenner*innen des Genres sichtbar gängige Rollenspielmuster.

nur Englisch

Allgemeine Infos

Pädagogische Einordnung
 

Autor: Anjin Anhut

Zeitaufwand

Komplexität

Problematische Aspekte

Keine

Spielinhalt

Undertale ist ein im Retro-Stil gehaltenes Rollenspiel, in dem urbane Labyrinthe erforscht und feindliche Kreaturen überwunden werden müssen. Anders, als in anderen Rollenspielen ist jedoch Gewalt nicht unbedingt der beste Weg dazu. In Undertale steht den Spieler*innen die volle Palette möglicher Konfliktlösungen zur Verfügung. Spieler*innen sinds gefordert, nicht nur strategische, sondern auch empathische Entscheidungen zu treffen.

Spielmechanik

Wie in klassischen Rollenspielen der 8-Bit-Ära erforschen die Spieler*innen in einer Draufsicht verschiedene Umgebungen, finden dort Gegenstände, lösen Rätsel, begegnen Figuren und stehen gefährlichen Wesen gegenüber.

In Konfrontationen stehen den Spieler*innen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter auch stets die Möglichkeit, mit den Widersachern zu reden. Statt der in klassischen Rollenspielen üblichen Würfel-Probe entscheidet in Undertale das Abschneiden in Geschicklichkeits-Minigames über Erfolg oder Misserfolg der beabsichtigten Aktion.

Pädagogische Einsatzfelder

Das umfassende System von Undertale bietet die Möglichkeit, in Konflikten mit feindlichen Kreaturen nicht nur mit Aggression zu reagieren, sondern auch Gespräche zu suchen, Gegenstände anzuwenden oder sogar passiv zu bleiben. Jeder gewählte Lösungsansatz hat dabei jeweils eigene langfristige Konsequenzen.

Das Spiel ist in ca. sieben bis zehn Stunden durchspielbar. Es wird empfohlen, die Schüler*innen das Spiel bis ganz zum Ende spielen zu lassen, da die langfristigen Konsequenzen der eigenen Entscheidungen sich erst zuletzt entfalten.

Undertale kann von einzelnen Spieler*innen oder in kleinen Gruppen gespielt werden. Dabei wird empfohlen ein Spieltagebuch zu führen, in dem nicht nur der Spielverlauf dokumentiert wird, sondern auch, welche Beweggründe zu welchen Entscheidungen und letztendlich Konsequenzen geführt haben.

So entstehen in der großen Gruppe dann viele verschiedene Spielverläufe, die im Rahmen von Ethik verglichen und diskutiert werden können: Warum habe ich bei diesem Konflikt „einfach draufgeschlagen“? Warum bin ich bei jenem Konflikt mit Deeskalation gescheitert? Warum bin ich froh, andere Konflikte friedlich gelöst zu haben und was hat mich das gekostet?

Lehrer*innen können ergänzend zum Spiel lebensweltliche Konfliktsituationen thematisieren, um die im Spiel modellhaft erfahrenen Konfliktlösungswege darauf anzuwenden.

Im Rahmen von Sprachunterricht bietet Undertale durch den sensiblen Schreibstil und die klare Autorenstimme des Erfinders und Entwicklers Toby Fox durchaus Material für eine Textanalyse (im Sinne von Inhaltsanalyse von bspw. Büchern, Filmen oder Theaterstücken). Besonders spannend dabei ist aber die Partizipation der Schüler*innen, die ja nicht passiv aufnehmen, sondern aktiv die Handlung mitgestalten.

ÜBER DEN AUTOR:

Anjin Anhut ist Autodidakt und bereits seit über 15 Jahren, als Quereinsteiger im Bereich Spiele, als Director, Grafiker, Berufsausbilder und Autor tätig (Twitter: @anjinanhut).

Trailer

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