The Curious Expedition

Ethik | Geschichte | Inklusion, Geschlecht & Diversität | Kunst | Storytelling

Die pixelig bunte „rogue-like expedition“ Simulation entführt die Spieler*innen auf ferne Expeditionen im 19. Jahrhundert. Als eine der vielen historischen Persönlichkeiten, wie beispielsweise Marie Curie, Charles Darwin oder Harriet Tubman, leiten die Spieler*innen ihre Expeditionsgruppe in zufallsgenerierten „neuen“ Welten durch insgesamt fünf schwierige Entdeckungsreisen. Dabei gilt es Schätze zu sammeln, verschiedene Gegenstände für die Reise zu beschaffen, die eigenen Ressourcen zu verwalten, den Frieden in der Gruppe zu wahren, Mittel gegen verschiedene Erkrankungen zu finden und besonders durch Schlaf, Essen und verschiedene Substanzen die geistige Gesundheit der Spielfigur aufrecht zu erhalten. Das Spielgeschehen wird über Texteinschübe erzählt und bietet viel Lesestoff mit Tiefe. Insgesamt regt das Spiel zum Nachdenken an und sensibilisiert für die europäischen Eroberungs- und Entdeckungsbestrebungen im Rahmen der Kolonialgeschichte.

Allgemeine Infos

Pädagogische Einordnung
 

Autor: Martin Fischer

Zeitaufwand

Komplexität

Problematische Aspekte

Rassismus, Kolonialismus, psychische Krankheiten

Spielinhalt

Im 19. Jahrhundert entbrennt ein Wettlauf um die Erforschung der letzten unbekannten Flecken auf der Weltkarte. Berühmte Persönlichkeiten gehen auf Expeditionen, um Kulturen zu entdecken, Schätze zu plündern und Ruhm zu ernten.

Spielmechanik

„The Curious Expedition“ ist ein Rundenstrategiespiel. Spieler*innen bewegen die Mitglieder ihrer Expedition auf einer Landkarte und versuchen wichtige Orte zu entdecken, mit indigenen Stämmen zu handeln und Tempel zu erkunden.

Pädagogische Einsatzfelder

„Curious Expedition“ versetzt Spieler*innen in die Hochzeit des Kolonialismus. Im Wettlauf um Ruhm und Ehre, vor allem aber exotische Schätze, brechen Expeditionen in unbekannte Gebiete auf. Spieler*innen übernehmen die Rolle einer namhaften Entdecker*in. Im Expeditionsgebiet angekommen, muss eine anfangs verdeckte Karte aus Hexagonen erforscht werden. Dabei müssen die Ressourcen Wasser, Nahrung und Zurechnungsfähigkeit im Auge behalten werden, sonst läuft die Expedition schnell aus dem Ruder. Neben Flora und Fauna trifft die Expedition auch auf Ureinwohner. Dem Setting entsprechend können dann bspw. Perlen gegen wertvolle Schätze getauscht, oder auch Stammesangehörige angeheuert werden, welche die Expedition begleiten und unterstützen. Durch das Plündern entdeckter Tempel ziehen habgierige Entdecker*innen den Zorn der Götter und Ureinwohner auf sich.

Das historische Setting wird zwar mit einem Augenzwinkern und viel literarischer Freiheit, doch auch bewusst kritisch portraitiert. Spielbar sind neben tatsächlichen Forschungsreisenden wie Charles Darwin auch Wissenschaftler*innen wie Nikola Tesla oder Ada Lovelace, die erste Programmiererin der Geschichte. Kolonialismus wird abgebildet, ohne ihn zu glorifizieren. Die Expeditionen sind von Fehlschlägen geprägt. Indigene Stämme wehren sich gegen den Raub ihrer Kulturgüter und angeheuerte Träger und Fährtenleser laufen davon, wenn sie schlecht behandelt werden.

Hinter der unterhaltsamen Fassade und den historischen Elementen verbirgt sich allerdings ein komplexes Strategiespiel, welches spannende Geschichten erzählt. In Tagebucheinträgen lassen sich die Geschehnisse unterhaltsam nachlesen. Auf der grafischen Ebene bleibt The Curious Expedition durch seine Pixeloptik abstrakt, die Geschichten regen allerdings die Phantasie an. Diese müssen allerdings gelesen werden, eine Sprachausgabe gibt es nicht. Der herausfordernde Schwierigkeitsgrad regt das logische Denken an. Es dauert ein paar Durchläufe bis Spieler*innen erste Erfolge bei ihren Expeditionen verbuchen können. Die Vermengung von fiktionalen und historischen Elementen und die kritische Darstellung des Kolonialismus‘ benötigen historisches Vorwissen und kritische Fertigkeiten. Daher ist Curious Expedition für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet.

ÜBER DEN AUTOR:

Martin Fischer verbindet seit 2009 politische Bildung und Medienpädagogik und leitet die Initiative gameoverhate (Website: gameoverhate.eu; Twitter: @gameoverhate).

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