Detroit: Become Human

Ethik

Der interaktive Film „Detroit: Become Human“ spielt in einer dystopischen Zukunft im Jahre 2038, in der die Menschheit mit menschenähnlichen fühlenden Androiden zusammenlebt. In dieser Szenerie werden zahlreiche postmoderne Fragen aufgeworfen. Im Zentrum jedoch steht die Frage nach dem Umgang mit den Androiden und damit einhergehend die Frage, was einen Menschen ausmacht und definiert. In diesem Zusammenhang setzt sich das Spiel auch mit Entmenschlichungs und -Abgrenzungsmechanismen auseinander. Darüber hinaus konfrontiert die Geschichte die Spieler*innen immer wieder mit moralischen Konflikten, wobei sich die Handlung aus dem Spielverhalten der Spieler*innen ergibt. Jedes Kapitel hat demnach mehrere mögliche Endszenarien. Die Atmosphäre des Spiels ist düster und auch inhaltlich sind die Themen ernst, sie reichen von häuslicher Gewalt und Zwangsprostitution über Drogenmissbrauch bis hin zu Korruption.

Allgemeine Infos

Pädagogische Einordnung
 
Autor*in
Florian Seidel

Zeitaufwand

Komplexität

Problematische Aspekte

Durch realitätsnahe Themen wie häusliche Gewalt, Rassismus, Dogenmissbrauch oder Korruption ist das Spiel eher für ältere Jugendliche geeignet.

Spielinhalt

„Detroit – Become Human“ präsentiert ein fiktives Zukunfts-Szenario, in dem der Einsatz von Androiden in unterschiedlichen Arbeits- und Lebensbereichen zum alltäglichen Leben gehört. Angesiedelt in der amerikanischen Stadt Detroit des Jahres 2038, begleitet man das Schicksal der humanoiden Roboter Kara, Conor und Markus, die Teil einer Revolution werden, in der immer mehr Androiden ein eigenes Bewusstsein entwickeln und ihre Rechte als eigenständige Lebewesen gegenüber der Menschheit einfordern. Das Spiel verbindet dabei verschiedene philosophische und sozialpolitische Themen der Gegenwart mit einer stimmigen und nachvollziehbaren Zukunftsvision.

Spielmechanik

Im Kern ist „Detroit – Become Human“ ein Action-Adventure, dessen Plot durch eine Vielzahl an Entscheidungsmöglichkeiten bestimmt wird. Die zahlreichen Dialog- und Entscheidungsmomente, werden regelmäßig durch rasante Actionsequenzen aufgelockert, in denen es vor allem auf Reaktionsgeschwindigkeit ankommt.

Pädagogische Einsatzfelder

„Detroit – Become Human“ behandelt in seiner fiktiven Vision der Zukunft eine große Bandbreite an gesellschaftsrelevanten Themen der Gegenwart – von systemischem Rassismus und Diskriminierungsstrukturen, über den Klimawandel bis hin zu Konsum- und Technologiekritik. Die Bedeutung von Empathie und Menschlichkeit für unsere Gesellschaft ist hier ein zentrales Motiv des Spiels.

Im Verlauf der Geschichte trifft der Spieler oder die Spielerin eine Vielzahl an Entscheidungen, die Anlass geben, das eigene Moral- und Wertesystem zu reflektieren. Sowohl Spielhandlung als auch die Darstellung der Spielfiguren, entwickeln sich mit zunehmender Spieldauer zu einer anschaulichen Projektionsfläche der eigenen Haltung.

Die Option, den Verlauf seiner Entscheidungen jederzeit einzusehen und diesen mit anderen Spieler*innen zu vergleichen, bietet eine interessante Möglichkeit, einzelne Spielmomente in der Gruppe oder im Klassenverband zu diskutieren. Das Spiel zeigt hier eine durchweg ausgewogene und gleichwertige Variation an Entscheidungsoptionen, vor allem in der Gewichtung zwischen friedlichen und gewalthaltigen Lösungen. „Detroit – Become Human“ gibt sich große Mühe diverse und authentische Charaktere und Figuren darzustellen, von unterschiedlichen Geschlechtertypen, über ethnische Herkunft, bis hin zu verschiedenen Körperformen.

Das Spiel ist in seiner Erzählstruktur in verschiedene Kapitel unterteilt, die als einzelne in sich abgeschlossene Handlungssequenzen gestaltet sind. Ein kompletter Spieldurchgang kann somit relativ leicht und flexibel auf verschiedene Unterrichtseinheiten aufgeteilt werden bzw. man kann ebenso gut auch nur spezifische Sequenzen thematisieren.

Hin und wieder wird „Detroit – Become Human“ als interaktiver Film bezeichnet, was ihm eigentlich nicht gerecht wird. Das Spiel bietet zwar mit seinem realistischen Grafikstils und seiner cineastischen Darstellung viele Aspekte des Films und ist deshalb sehr unterhaltsam und kurzweilig. Gleichzeitig sind es aber vor allem die spielerischen und interaktiven Aspekte, die es in seiner Narration und dessen Auseinandersetzung für den pädagogischen Einsatz so reizvoll machen, da die persönlichen Spielentscheidungen u.a. einen Bezug zur eigenen Lebenswirklichkeit herstellen können.

Trailer
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