Age of Empires 3

Geschichte | Krieg & politische Konflikte | Politik | Wirtschaft

Der dritte Teil der Echtzeitstrategiespiel-Reihe versetzt die Spieler*innen zurück in die Kolonialzeit zur angeblichen „Entdeckung“ Amerikas. Als Herrscher*innen über eine der Kolonialmächte der frühen Neuzeit gilt es, Ländereien der vermeintlich „neuen“ Welt zu entdecken und zu besiedeln. Das Spiel bindet dabei verschiedene historische Kämpfe in die Erzählung mit ein und vermittelt wirtschaftliches, militärisches und technologisches Wissen zu dieser Zeit. Besonders die beiden Erweiterungen „The Warchiefs“ sowie „The Asian Dynasties“ behandeln noch einmal spezifische Teile der Geschichte. Der Kontinent Afrika, sowie der zu jener Zeit praktizierte transatlantische Sklavenhandel, wird in dem Spiel allerdings komplett ausgeblendet. Darüber hinaus findet sich in allen Teilen eine problematische Darstellung und Stereotypisierung indigener Völker. Zugleich fordern die Generalisierungen und Simplifizierungen in Bezug auf die asiatischen Spielakteur*innen eine kritische Auseinandersetzung mit den von Europa tradierten Fantasien und Projektionen auf das Konstrukt „Orient“.

Multiplayer

Allgemeine Infos

Pädagogische Einordnung
 

Zeitaufwand

Komplexität

Problematische Aspekte

Sklavenhandel zur Kolonialzeit wird nicht thematisiert, Stereotypisierung indigener und asiatischer Völker

Spielinhalt

Die Spieler*innen von Age of Empires 3 schlüpfen in die Rolle einer der Kolonialmächte der frühen Neuzeit mit der Aufgabe Kolonien zu errichten und ihr Reich zu erweitern. Die Spielwelt ist aus der Vogelperspektive zu sehen, die Spielatmosphäre ist hell und von den Soundeffekten der vielen Spielfiguren geprägt.

Spielmechanik

Age of Empires 3 ist ein Echtzeitstrategiespiel in dem die Spieler*innen ihr Reich mit Maus und Tastatur managen. Sie errichten sich aus abgebauten Rohstoffen ein Imperium, erweitern dieses, treiben Handel und bekriegen sich mit Gegnern.

Pädagogische Einsatzfelder

Age of Empires 3 verlangt den Spieler*innen einige Fähigkeiten ab und schult diese dabei. Neben Multi-Tasking ist auch taktisches Denken, analytisches Handeln und Reaktionsvermögen gefragt um viele Rohstoffe abzubauen und die groß angelegten Schlachten überstehen zu können. Es gilt die Übersicht über das Spielgeschehen zu behalten um nicht vor den Gegnern ins Hintertreffen zu geraten.

Spielhandlung und -setting decken mehrere Themenbereiche ab. Zunächst basiert Age of Empires 3 auf einem geschichtlichen Hintergrund, der aber deutliche Schwächen und Lücken aufweist. Vor allem sind hier der Sklavenhandel zur Kolonialzeit und die fragwürdige Darstellung von indigenen und asiatischen Völkern zu nennen. In einem pädagogischen Kontext kann eine Reflexion und Aufklärung zu den fehlenden Teilen der Geschichtsschreibung stattfinden. Das Spiel bietet aber mit seinen Forschungsoptionen einen Einblick in die technischen Möglichkeiten der Zeit und zeigt, wenn auch vereinfacht dargestellt, die technologische Entwicklung auf. Im Weiteren bietet Age of Empires 3 die Möglichkeit über Politik und politische Konflikte zu sprechen und diese aufzuarbeiten. Der Krieg ist ein wesentlicher Bestandteil des Spiels, an dem kein Weg zum Sieg vorbeiführt. Historische Schlachten lassen sich nachstellen und die Gegebenheiten, wie es zum Krieg kam, behandeln. Das rudimentäre Wirtschaftssystem mit vier Ressourcen ist komplexer als in anderen Echtzeitstrategietiteln und bietet immerhin die Option, mit Waren zu handeln. Dies und das Tutorial erleichtert den Einstieg für Neulinge.

Die pädagogischen Potentiale von Age of Empires 3 lassen sich bestmöglich durch eine Begleitung durch Fachkräfte hervorheben. Eine Kontextualisierung ist nicht zwingend notwendig, da das Spiel schon durch seinen geschichtlichen Hintergrund einige Inhalte von selbst transportiert. Die Geschichtsschreibung im Spiel ist allerdings an vielen wichtigen Stellen lückenhaft, womit eine Begleitung notwendig wird. Bei einem Einsatz des Spiels wäre es die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte zumindest auf die Lücken hinzuweisen und aufzuklären, wenn nicht sogar tiefer zu behandeln. Die Spieler*innen sollten außerdem zu Beginn eine klare Aufgabestellung bekommen. Damit diese nicht im Spielfluss untergeht ist eine gelegentliche Begleitung während dem Spielen sinnvoll.

Trailer
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