This War of Mine – Was gilt Moral im Krieg?

Autor*in
Institut Spielraum & André Weßel

Krieg ist ein vielfach präsentes Thema in digitalen Spielen, doch das Kämpfen muss dabei nicht immer im Vordergrund stehen. Im Anti-Kriegsspiel This War of Mine (11 Bit Studios 2014) bilden einige Zivilpersonen mitten in einem Bürgerkrieg eine Schicksalsgemeinschaft. Damit sie überleben, müssen ihre Grundbedürfnisse erfüllt, d. h. ihr Hunger gestillt sowie ihre körperliche und geistige Gesundheit erhalten werden. Regelmäßig stehen die Spieler*innen vor der Entscheidung, im Interesse des Überlebens der Gruppe andere Menschen zu bestehlen, auszurauben oder gar zu töten. Ganz wichtig: Einmal getroffene Entscheidungen können nicht revidiert werden, und wenn eine Spielfigur stirbt, gibt es keine zweite Chance. Im Spiel stellen sich immer wieder die Fragen: Was ist legitim, was nicht? Gelten im Krieg andere moralische Maßstäbe als zu Friedenszeiten?

Je nachdem, welche zeitlichen Ressourcen zur Verfügung stehen, können unterschiedliche Spielmodi ausgewählt werden. Einsteiger*innen sei empfohlen, das Spiel einfach zu starten und zu spielen, bis alle Figuren gestorben sind – anfangs dauert das meist deutlich unter einer Stunde. Fortgeschrittene können über einen Editor noch kürzere Spielsequenzen mit einer Spieldauer ab ca. zehn Minuten konstruieren, in denen die Spieler*innen mit bestimmten dilemmatischen Entscheidungssituationen konfrontiert werden. Über deren Ausgang kann z. B. die gesamte Gruppe abstimmen, oder es werden im Vorhinein verschiedene Rollen wie Spielende, Beratende und Beobachtende verteilt.

Das Setting von This War of Mine ist an die Jugoslawienkriege der 1990er-Jahre angelehnt, lässt sich aber auch leicht auf andere Kriege übertragen. Es bietet einen Zugang zu vielfältigen Themen, u. a. zur Diskussion der gesellschaftlichen Folgen bewaffneter Konflikte und zur Frage nach den Auswirkungen des Zusammenbruchs ziviler Ordnungsstrukturen auf ethisches Empfinden und moralisches Handeln der Bevölkerung.

Ziel der Methode ist es, mit Jugendlichen gemeinsam das im Spiel Erlebte zu diskutieren und sie ihre spezifische Sicht auf die Ereignisse einbringen zu lassen. So können z. B. als problematisch zu beurteilende Spielsituationen, in denen Gewalt gegen Mitmenschen angewendet wurde, kritisch reflektiert und dabei das Thema der Gültigkeit von Recht und Gesetz in Kriegszeiten besprochen werden. Darüber hinaus bietet das Spiel die Möglichkeit einer vergleichsweise empathischen Erfahrung der Lebensumstände während eines Bürgerkriegs und kann dabei helfen, Fluchtgründe nachzuvollziehen.

Eine detailliertere Beschreibung des Spiels und seiner pädagogischen Einsatzmöglichkeiten ist bei den Materialien zu finden.


Diese Methode ist im Rahmen des vom BMFSFJ, der bpb und des MKFFI NRW geförderten Projekts „Ethik und Games“ an der TH Köln entstanden.

Bild: This War of Mine, 11 Bit Studios 2014.


Dauer
ab 30 Minuten

Sozialform
Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Plenum

Methoden-Ziele
Wissensvermittlung, Sensibilisierung, Reflexion

Zielgruppe
Jugendliche, Erwachsene, Studierende

Praxisfelder
OKJA, Freizeit, Studium

Technische Hilfsmittel
Computer, Spielekonsole, Beamer

Gefördert von:
Bundeszentrale für politische Bildung
Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

In Kooperation mit:
Technische Hochschule Köln

Creative Commons

Der/die Autor*in hat diese Methode unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlich. Das bedeutet, dass Sie die Methode mit wenigen Einschränkungen nutzen und ggf. weiterveröffentlichen dürfen.

Die Lizenzbedingungen, unter denen diese Methode und zugehörige Materialien genutzt werden dürfen, stehen online zur Einsicht bereit.

Hier geht es zu den Lizenz-Informationen.

Institut Spielraum

angelegt an der:

TH Köln
Forschungsschwerpunkt Medienwelten
Institut für Medienforschung und Medienpädagogik
Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

Projekt: „Ethik und Games“ (2016-2018), gefördert von BMFSFJ, bpb und dem MKFFI NRW.

Ansprechpartner*in: Maike Groen

Kontakt: spielraum@th-koeln.de

Webseite: http://th-koeln.de/spielraum