Unter dem Motto „SandmannApp oder Bilderbuch?“ fand am Mittwoch in der FH Potsdam eine Fachtagung zur Mediennutzung von Kindern im Vorschulalter statt. Auch die Kleinsten sind schon fleißige Nutzer digitaler Medien, wie empirische Studien belegen. Die Stiftung war vor Ort und berichtet von ihren Eindrücken.

Am Montag fand die Fachtagung „SandmannApp oder Bilderbuch?“  an der Fachhochschule Potsdam statt. Die Tagung behandelte frühkindliche Medienerziehung und wandte sich inhaltlich vor allem an ErzieherInnen, BetreuerInnen und ProjektleiterInnen im Vorschulbereich. Die Tagung wurde mit zwei spannenden Beiträgen von Prof. Dr. Heiko Kleve von der Fachschule Potsdam und Prof. Dr. Nadia Kutscher von der Universität Vechta eröffnet.

Heiko Kleve zeichnete insbesondere den gesellschaftlichen Umgang mit neu aufkommenden Medien nach und konstatierte einen revolutionären Charakter digitaler Medien bezüglich ihres Einflusses auf die Gesellschaft. Wissen und Information würden vernetzt und der Entwicklung weg von der Sippengesellschaft mit festen Strukturen und klaren Zuordnungen, hin zur Projektgesellschaft, die mit zeitlichen Befristungen operiert, Vorschub geleistet. Nadia Kutscher ging in ihrem Beitrag insbesondere auf die Ergebnisse der empirischen Forschung zum frühkindlichen Mediennutzungsverhalten ein. Überraschend ist, dass bereits 16 Prozent der Drei- bis Vierjährigen das Internet nutzen, wenn auch meist in elterlicher Begleitung! Bei Achtjährigen steigt diese Quote auf weit mehr als die Hälfte. Dreiviertel der Eltern befinden dabei, dass sie die Hauptverantwortung beim Schutz ihrer Kinder vor medialen Gefährdungen tragen, noch vor Staat, öffentlichen Trägern und Privatwirtschaft.

Im Anschluss wurden Projekte aus der Praxis vorgestellt. Der Trickfilmbus konnte dabei am stärksten überzeugen. Der für Wochenprojekte buchbare Trickfilmbus bringt die technische und fachliche Ausstattung zur Erzeugung eines Films im Stop-Motion-Verfahren, in die Schulen und Kitas und übt Kinder im kreativen Umgang mit modernen Medien. Im Anschluss wurden verschiedene Problemlagen in Work-Shops vertieft, die starken Bezug zur Praxis in der Kita und der vorschulischen Erziehung hatten. Den Abschluss bildete ein Syntheseseminar, bei dem die Erkenntnisse aus den Workshops zusammengetragen wurden.

Leider wurde das Medium Video- und Computerspiel nur angeschnitten. Der Fokus lag doch eindeutig auf der Nutzbarmachung des Internets und allgemein moderner Informationstechnologie (Tablets, PC etc.). Diese Leerstelle wird die Stiftung mit einer eigenen Fachkonferenz gegen Ende des Jahres füllen.

Die Stiftung empfiehlt für weitergehende Informationen, insbesondere für Erzieher und Betreuer, die Internetpräsenz des AKJS (Aktion Kinder und Jugendschutz).