• Wöchentliche Maßnahme (8 Wochen),
  • Anzahl TN: 10,
  • 1 Medienpädagogin (Lead, Lv2/3), 1 Medienpädagogin (Assistenz, Lv2), ggf. 1-2 Ehrenamtliche für Fahrdienste, insbes. im ländlichen Raum,
  • Hardware: 5 Rechner (gearbeitet wird in Zweiergruppen),
  • Anlage XI

Pädagogische Zielsetzung und Ansatz

Auch in digitalen Spielen werden oft klassische Stoffe aus Literatur- und Theaterwelt verarbeitet. Eine Vielzahl von narrativen Spielen fokussiert Charaktere und deren Beziehungen untereinander, wobei sich die Autorinnen sogar oft an klassischen Strukturen wie dem Aristotelischen Dramenschema orientieren. Ziel der Maßnahme „Theater und Game – Wir spielen alle Rollen“ ist es, ein Bewusstsein für diese erzählerischen Elemente und deren Beziehungen zueinander in Spielen zu schaffen und diese in traditionelle Erzählformate zurückzuführen. Während der praktischen Umsetzung des Stoffes in ein Stück lernen die Jugendlichen die vielfältigen Bestandteile und Herausforderungen von Theaterproduktionen kennen und eignen sich Kompetenz im Umgang mit dieser Darstellungsform an.

Ablauf und methodische Umsetzung

Die Maßnahme stellt besondere Anforderungen an die verwendeten digitalen Spiele, da diese eine klare narrative Struktur mit Plots und Sub-Plots aufweisen müssen sowie über eine Vielzahl ausgearbeiteter Figuren verfügen sollten. Daher ist eine Auswahl und Vorbereitung des Spiels durch die Medienpädagogin anzuraten. Aus diesem Spiel sollten eine oder mehrere Szenen gemeinsam mit den Jugendlichen ausgewählt werden, um diese anschließend in eine Theaterszene zu übersetzen. Für die vorgestellten Szenen müssen Spannungsbögen und Narration herausgearbeitet werden. Dies kann entweder von den Medienpädagoginnen vorbereitet oder in einer aktiven Spieleinheit mit den Jugendlichen gemeinsam erarbeitet werden. Auftretende Figuren müssen charakterisiert werden und ihre Rolle in der Szene oder den Szenen schriftlich festgehalten werden. Je nach Quellmaterial müssen zusätzliche Dialoge für die Figuren geschrieben werden. Anschließend stellt die Medienpädagogin die Elemente und Rollen vor, die für das Umsetzen eines Theaterstücks notwendig sind und verteilt diese gemeinsam mit den Jugendlichen in der Gruppe. Einige Jugendliche werden tatsächlich die Rollen verkörpern, einige sind für die Technik verantwortlich, andere gestalten Hintergründe und Bühnenelemente usw. Ab diesem Zeitpunkt sollte die Medienpädagogin in den Hintergrund treten und nur bei Bedarf moderierend eingreifen, damit sich die Jugendlichen eigenständig mit ihren Aufgaben auseinandersetzen. Umfang und Länge des realisierten Stücks hängen dabei von der verfügbaren Zeit ab. Wichtig ist, nach Vollendung und Vorführung des Stücks mit den Jugendlichen über ihre Erfahrungen und offenen Fragen abschließend zu sprechen.