Die Veranstaltung „Digitale Spiele als Kulturbotschafter“ war Teil der zweiten „Langen Nacht der Ideen“ am 12. Mai in Berlin. Unter dem Motto „17 Orte – 17 Ideen“ öffnete das Auswärtige Amt und seine Partner für einen Abend eine Vielzahl an interessanten Räumen in der Hauptstadt, um die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik erlebbar zu machen und Menschen zu bewegen. Die „Lange Nacht der Ideen“ zeigte, wie sehr Außen und Innen in der Kultur zusammen gehören und wie kulturelle Praxis kulturelle Politik verbessern und beeinflussen kann.

Digitale Spiele als Kulturbotschafter
Die Veranstaltung „Digitale Spiele als Kulturbotschafter“ im Games Science Center beleuchtete dabei eine besondere Seite dessen: Digitalisierung / Kultur 4.0. Ausgewählte digitale Spiele aus Deutschland, Indonesien und Brasilien konnten live vor Ort getestet werden und deren EntwicklerInnen standen für Fragen zur Verfügung. Der Hintergrund: Auf Einladung des Goethe-Instituts und in Kooperation mit der Stiftung Digitale Spielekultur reisten Nominierte und GewinnerInnen des Deutschen Computerspielpreises in die Gastländer Indonesien und Brasilien und traten mit ihren dortigen KollegInnen in Austausch und Kooperation. Heraus kamen interkulturelle Spiele-Projekte wie die landeskundliche App „Jermania“ und als Ergebnis bi-nationaler Game Jams spielbare Prototypen wie „Ja-CAR-ta“ und „Therapy Soccer“, die GamerInnen und EntwicklerInnen über Grenzen hinweg verbinden.

Marcus Richter moderierte die Lange Nacht der Ideen im Games Science Center | © Dirk Michael Deckbar

An Anspielstationen standen Entwickler wie Felipe Cancian Bertozzo aus Brasilien für Fragen zur Verfügung | © Dirk Michael Deckbar

Als Rahmenprogramm veranstalteten wir gemeinsam mit dem Goethe-Institut drei „Spielungen“, in Anlehnung an die klassische Lesung, bei der indonesische, brasilianische und deutsche Entwickler ihre Spiele präsentierten und dem Publikum Frage und Antwort standen. Für das Publikum wurde so der kreative Schaffensprozess hinter einem Spiel anschaulich und greifbar. Die Spielungen wurden dabei moderiert von Marcus Richter, Radiomoderator und SpielerInnen bekannt durch Podcasts wie „angespielt“.
Daneben wurden Anspielstationen mit ausgewählten deutschen Spielen, welche allesamt für den Deutschen Computerspielpreis 2017 nominiert waren, und je zwei brasilianischen und indonesischen Titeln im Game Science Center verteilt aufgebaut und waren rund um die Uhr anspielbar.

Unsere Gäste


 
 
 

Schirmherr

Riad Djemili (Maschinen-Mensch)

Riad Djemili ist Mitbegründer des Berliner Indie Studios Maschinen-Mensch. Der Debüt-Titel „The Curious Expedition”, welches sich um Expeditionen aus dem 19. Jahrhundert in die Zukunft dreht, wurde 2015 bei Steam veröffentlicht und gewann den Deutschen Entwicklerpreis als Bestes Indie Game 2015. Riad begann seine Karriere 2005 beim Berliner Entwicklerstudio YAGER, wo er sieben Jahre tätig war und u.a. am vielfach ausgezeichneten Spiel “Spec Ops: The Line” mitarbeitete.

 
 
 

Spielung I: „Jermania“ (Nightspadestudio) – Indonesien

Adam Ardisasmita (Arsanesia)

Adam Ardisasmita ist CEO und Mitbegründer von Arsanesia, einem Entwicklungsstudio für Mobile Games, und Arsa Kids, welches sich auf Bildungsspiele für Kinder spezialisiert hat. Er ist außerdem Intel Innovator, Google Launchpad Mentor und Executive Director der Indonesia Game Association, welche eng mit der Spielentwickler-Community vernetzt ist. Als Programmierer und Spieleautor veröffentlicht Adam regelmäßig Beiträge zur indonesischen Spielbranche, u.a. für Dailysocial, Codepolitan, Dicoding Acadamy und auf seinem eigenen Blog Ardisaz.

Hannes Hasenplatt (Goethe-Institut Indonesien)

Hannes Hasenplatt hat Geschichte und Politikwissenschaft in Hannover studiert, bevor er mehrere Jahre als Produkt- und Contentmanager im eCommerce-Bereich tätig war. Seit 2016 arbeitet er beim Goethe-Institut Indonesien und begleitete u.a. die Entwicklung von „Jermania“. Hannes ist privat begeisterter Gamer.

Moritz Lehr (Kunst-stoff Interactive)

Moritz Lehr hat seinen Bachelor und Master in Kultur und Technik sowie Philosophie gemacht, bevor er über die Games Academy zum Game Design gekommen ist. Nachdem er an verschiedenen Projekten als Freelancer tätig war, ist er seit 2015 bei Kunst-stoff Interactive als Game Designer tätig. Dort war er u.a. bei der Entwicklung von „Jermania“ beteiligt.

Garibaldy Wibowo Mukti (Nightspade Studio)

Garibaldy „Gerry“ Mukti ist seit seiner Jugend ein leidenschaftlicher Gamer. Nach seinem Studium arbeitete er als IT-Ingenieur mit einem Schwerpunkt auf Games. Aufgrund seiner vielen Tätigkeiten und Kontakte in der Spielbranche, ist Gerry ein gern gesehener Redner in Universitäten, auf Veranstaltungen und Konferenzen. 2011 gründete er das Entwicklungsstudio Nightspade, bei welchem er bis heute als CEO arbeitet.

 
 
 

Spielung II: „The Legend of Skyfish“ (Mgaia Studio) & „Painters Guild“ (Lucas Molina Games) – Brasilien

Felipe Cancian Bertozzo (Mgaia Studio)

Felipe beendete 2009 sein Informatikstudium und arbeitet seitdem als Spielentwickler. 2014 gründete er zusammen mit zwei Freunden das Entwicklungsstudio Mgaia Studio, wo er nicht nur als Programmierer, sondern auch als Game Designer und Manager tätig ist. Felipe konzentrierte sich lange auf die Entwicklung von Mobile Games mit der Unity3D-Engine, wie z.B. Tank Invaders und Tiny Empire. Mit Legend of the Skyfish wagt er sich erstmals an ein PC-Spiel und plant derzeit die Umsetzung für Konsole.

Lucas Giehl Molina (Lucas Molina Games)

Lucas Giehl Molina ist ein unabhängiger Spielentwickler aus Porto Alegre mit brasilianischen und deutschen Wurzeln, der seit 2012 bereits zehn eigens entwickelte Spiele auf den Markt gebracht hat. Er hat ein abgeschlossenes Masterstudium in Kunstgeschichte, was sich in all seinen Spielen wiederspiegelt. Mit Painter’s Guild greift er die italienische Renaissance auf und stieß damit in Brasilien auf viel positive Resonanz.

 
 
 

Spielung III: „Shadow Tactics: Blades of the Shogun“ (Mimimi Productions) – Deutschland

Dennis Huszak (Mimimi Productions)

Dennis Huszak, Communications Director bei Mimimi Productions, studierte ursprünglich Filmregie an der MHMK München. Er bezeichnet sich daher selbst nicht als klassischen Marketing Manager, sondern bevorzugt eine offenere Herangehensweise. Das ist vermutlich auch der Grund, warum er seine Arbeit so sehr liebt.

 
 
 

Moderator

(c) Media CONVENTION Berlin 2016 / Foto: Ulf Büschleb

Marcus Richter

Marcus Richter stand 2006 zum ersten Mal vor einem Mikrofon und hat es seitdem nicht mehr losgelassen. Seitdem findet man ihn im Radiostudio (Deutschlandradio Kultur, Jugendradio Fritz vom rbb), auf Veranstaltungen und Workshops (u.a. Bundesfamilienministerium, Bundeszentrale für politische Bildung, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur) und im Internet (Twitter: @monoxyd, Podcasts: richter.fm). Schwerpunkt und Hauptthema ist dabei immer der digitale Wandel und seine politischen, kulturellen und sozialen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft.

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