Das Kulturzentrum Pavillon in Hannover ist das älteste und größte soziokulturelle Zentrum Niedersachsens und bietet niedrigschwellige Zugänge für kulturelle Angebote und eigenes kulturelles Schaffen. Seit 2014 ist im Pavillon digitale Kultur dabei ein Schwerpunkt. Computerspiele sind als kulturelles Leitmedium der Digitalisierung dabei natürlich von besonderem Interesse. Neben Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops ist der Pavillon auch selbst in die Produktion von Games eingestiegen: Mit dem Projekt „Pavillon Prison Break“ wurde eine Location-Based Game-App entwickelt. Diese entführt in eine furchtbare Vergangenheit sowie eine düstere Zukunft – ein Zeitreisenspiel rund um den Ort, an dem in der Gegenwart der Pavillon steht.
Die Stiftung Digitale Spielekultur stand dem Projekt in der Konzeptionsphase beratend zur Seite. Inhaltlich inspiriert die Stiftung das Programm des Pavillons, sich weiter mit dem Thema Gaming auseinander zu setzen.

Fünf Fragen an… Marcus Munzlinger, Team „Gesellschaft & Politik“

1. Wenn Sie ein*e Videospiel-Held*in wären, welche*r wären Sie?

Guybrush Threepwood – nur (hoffentlich) ohne dessen pubertären Sexismus. Doch stoische Unverwüstlichkeit hilft auch mir öfters durch das Dickicht eigener Unzulänglichkeiten, um am Ende wie durch ein Wunder ans Ziel zu gelangen.

 

2. Welchen Beitrag leisten digitale Spiele zur Kultur? Oder anders gefragt: Warum sprechen wir eigentlich von digitaler Spielekultur?

Digitale Spiele sind ein eigenes Kulturgenre mit vielen Subgenres, wie es beim Roman oder Film der Fall ist.

 

3. Welches Projekt oder Event, welche Initiative, welcher Trend in der Welt der digitalen Spielekultur liegt Ihnen besonders am Herzen?

Serious Games, da sie eine innovative Form der gesellschaftspolitischen Themenvermittlung und Auseinandersetzung darstellen.

 

4. Welche Erwartungen haben Sie an die Stiftung Digitale Spielekultur?

Vernetzung, Vermittlung von Kontakten und Kompetenzen, Anregungen sowie spannende Veranstaltungen – gerne auch mal bei uns im Pavillon Hannover!

 

5. Ihr bleibendes Zitat zur digitalen Spielekultur?

Für mehr Games in der Soziokultur!

 

(c) Kulturzentrum Pavillon. Marcus Munzlinger vom Team Gesellschaft & Politik.

Hauptcharakter Guybrush Threepwood aus der Monkey Island-Serie.

Auswahl von Projekten

Pavillon Prison Break

(c) Kulturzentrum Pavillon

An Ort und Stelle des ehemaligen Gerichtsgefängnis Hannover steht heute das Kulturzentrum Pavillon. Die Game-App „Pavillon Prison Break“ erweckt das Gefängnis und seine Insassinnen und Insassen, die Angestellten, die Angehörigen, die Nachbarinnen und Nachbarn, die Justizapparate wieder zum Leben. Denn nur, wenn wir auf sie hören, wenn wir ihre Nachrichten richtig entschlüsseln und die Rätsel der Vergangenheit lösen, kann in der Zukunft erfolgreich Widerstand geleistet werden.

In 13 Levels lädt „Pavillon Prison Break“ auf eine aufregende Reise von der Zukunft in die Vergangenheit und zurück ein. Als Location-Based-Game müssen in dem Spiel Rätsel im Pavillon und seiner Umgebung sowie an anderen Orten in Hannover gelöst werden.

Jedes der Level wird in Workshops von verschiedenen Gruppen entworfen – von Schüler*innen und Seniorinnen und Senioren, von Kulturschaffenden und Anwohner*innen.

Spamfilter. Festival für Netzkultur

(c) Kulturzentrum Pavillon.

In diesem bisher dreimal (2015, 2016, & 2017) im  Pavillon stattgefundenem Festival wird nach dem soziokulturellen Anspruch digitaler Kultur gefragt. Dabei spielen Games in Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Workshops eine herausragende Rolle.

 

 

 

 

[K]amification. Kultur für Games, Games für Kultur

(c) Kulturzentrum Pavillon.

Ein Vernetzungsprojekt, das der Pavillon zusammen mit dem Kulturbüro der Stadt Hannover durchführt. In Workshops und Barcamps werden Game-Entwickler*innen und Kulturinstitutionen aus der Region Hannover zusammen gebracht, um gemeinsam Projektideen zu entwickeln. Diese werden dann über ein Jahr durch kompetente Beratung weiter unterstützt, um sie in Förderanträge o.ä. zu überführen.