Dieses Interview führte Stephan Steiniger vom GamesMarkt. Hierbei handelt es sich um eine Zweitveröffentlichung.

Stiftung Digitale Spielekultur 2.0

Die Verbände BIU und GAME entwickeln die Stiftung Digitale Spielekultur weiter und wollen sie zusammen mit einer neuen Geschäftsführung für die Zukunft noch schlagkräftiger aufstellen. Linda Breitlauch und Felix Falk im Interview.

GamesMarkt: Welche Bedeutung hat die Stiftung für die Gamesbranche?

Felix Falk: Die Stiftung Digitale Spielekultur ist die zentrale gesellschaftspolitische Institution der Gamesbranche. Auf der einen Seite haben wir die USK, mit der wir als Branche unserer Verantwortung im Jugendschutz gerecht werden, auf der anderen Seite haben wir die Stiftung Digitale Spielekultur, die insbesondere die Chancen von Computer- und Videospielen beleuchtet.

Linda Breitlauch: Die Stiftung trägt dazu bei, die gesellschaftsrelevanten Themen der Gamesbranche, insbesondere Games als Kulturgut und Medienkompetenzthemen, durch konkrete Projekte sichtbar zu machen. Unterstützt wird die Stiftung von einem prominent besetzten Beirat aus öffentlichen Institutionen wie Bundes- und Landesministerien, gesellschaftspolitische Institutionen wie die Bundeszentrale für politische Bildung, Vertreter aus Forschung und Wissenschaft und von der Wirtschaft. In dieser einzigartigen Zusammenarbeit werden die Potenziale von Computerspielen noch stärker in die Gesellschaft getragen.

Warum ist jetzt eine Weiterentwicklung notwendig?

Falk: Die Stiftung hat sich seit ihrer Gründung vor knapp fünf Jahren unter ihrem Geschäftsführer Peter Tscherne sehr gut entwickelt. Wichtige Projekte wie der Deutsche Computerspielspreis, Fachkonferenzen, Spielungen oder der Elternratgeber wurden umgesetzt und ein tolles Team aufgebaut. Jetzt wollen wir die nächste Stufe zünden, die Stiftung stärken, ihre Bekanntheit und Stellung ausbauen und dadurch weitere und vielleicht auch größere Projekte realisieren. Ich denke, es ist ganz natürlich, dass wir nach einer Aufbauphase nun eine Phase der Erweiterung und Stärkung einläuten.

Um welche Themen soll sich die Stiftung zukünftig kümmern?

Breitlauch: Gemeinsam mit dem Beirat haben wir entschieden, dass sich die Stiftung noch stärker auf die drei Bereiche Bildung, Kultur und Forschung fokussieren soll. Konkret geht es beispielsweise um die Umsetzung der Internationalen Computerspielesammlung, die Online-Kompetenzplattform für Medienpädagogik Digitale-Spielewelten.de sowie um Konferenzen zu gesellschaftspolitischen Themen.

Warum ist ein Wechsel in der Geschäftsführung notwendig?

Falk: Peter Tscherne war bisher Geschäftsführer in Teilzeit. Wenn wir die Stiftung stärken wollen, benötigen wir hierfür künftig auch eine Vollzeit-Geschäftsführerin beziehungsweise -Geschäftsführer. Da sind wir uns mit Peter Tscherne einig, und da er selbst in Vollzeit nicht zur Verfügung steht, werden wir gemeinsam nun einen guten Übergang gestalten.

Breitlauch: Gleichzeitig gibt uns eine neue Person eben auch die Möglichkeit, die Weiterentwicklung der Stiftung mit neuen Kompetenzen zu unterstützen.

Was für eine Person wird für die Geschäftsführung gesucht?

Breitlauch: Strukturell ist die Stiftung gut aufgestellt und politisch gerade auch durch den Beirat bestens verankert. Es hat sich gezeigt, dass das Kerngeschäft die Konzeption, die Anwerbung und Umsetzung von konkreten Projekten ist. Dadurch und durch diese Inhalte bekommt die Stiftung ihr Gesicht und erweitert ihr Profil. Deshalb suchen wir jemanden mit entsprechenden Kompetenzen insbesondere in diesem Feld. Die Ausschreibung ist auf der Webseite der Stiftung veröffentlicht, und wir freuen uns über Bewerbungen.

Wie wird die Finanzierung der Stiftung gesichert?

Falk: Die Grundlagenfinanzierung wird durch die Gesellschafter, also die Verbände, übernommen. Damit stellen wir sicher, dass die Geschäftsstelle mit ihrem Team in Berlin arbeiten kann. Die konkreten Projekte werden dagegen von den Projektpartnern finanziert, meistens also öffentliche Stellen wie Ministerien. So eine klare Aufteilung der Rollen hat es in der Vergangenheit nicht gegeben, und auch hier geht es uns darum, die Stiftung so aufzustellen, dass sie noch besser arbeiten und wirken kann.

Das Interview führte STEPHAN STEININGER.