Das Haus der Computerspiele ist eine Sammlung zur Geschichte und Kultur digitaler Unterhaltung. Es wird als Wandermuseum mit wechselnden Schwerpunkten auf Messen, Festivals, in Hochschulen und Museen gezeigt. Mit diesem Konzept erreichte es bisher drei Millionen Besucher.

Jährliche Höhepunkte sind die beliebte Sonderschau „Retro Gaming“ auf der Gamescom und die Lange Nacht der Computerspiele in Leipzig. Langfristiges Ziel ist eine Dauerausstellung. Die 20.000 Exponate und viele hunderttausend Bilder, Videos und Texte demonstrieren die vierzigjährige Geschichte des ersten rein digitalen Mediums. Sie sind Zeugnis der Entwicklung von Design, Handhabung und Technik und geben den jeweiligen Zeitgeist wieder.

Retro Gaming auf der Gamescom 2013

Auch im fünften Gamescom-Jahr war die beliebte Sonderschau Retro Gaming zu sehen. Auf 800 Quadratmetern stellten Vereine und private Sammler ihre Projekte rund um die Geschichte und Kultur der Computerspiele vor. Auf einer Bühne wurden Vorträge, Interviews, Lesungen, Musikshows und Präsentationen rund um das Thema Retro geboten. Das Haus der Computerspiele hat die Schau koordiniert.

FamilienSpieleFest „Leipzig spielt“ 2014

Zum FamilienSpieleFest „Leipzig spielt“ im Leipziger Rathaus betreute das Haus der Computerspiele einen Saal mit 24 Retro-Stationen. Neben bekannten Klassikern waren auch seltenere Geräte wie ein Schneider Joyce, ein Schneider CPC, ein Neo Geo und ein ZX Spectrum zu erleben.

International Supercomputing Conference 2013

Die International Supercomputing Conference ist die weltweit älteste Fachschau für Hochleistungsrechner. Die renommierte Veranstaltung fand 2013 erstmals in Leipzig statt. Quasi als hübschen Gegenentwurf zu den modernen Rechenboliden zeigte das Haus der Computerspiele eine Ausstellung über Heim- und Bürocomputer von Ende der 70er bis Ende der 80er Jahre. Unter anderem wurde dazu ein funktionsbereiter C64-Arbeitsplatz aufgebaut.

Fünf Fragen an… René Meyer, Haus der Computerspiele

Wenn Sie ein Videospiel-Held wären, welcher wären Sie?

Dank Rollenspielen muss man nicht von Helden träumen, sondern kann selbst einen aufbauen. Ich strich jahrelang als Krieger Scartaris und als Nachtelf-Druidin Sibella durch die Welten Azeroths …

Welchen Beitrag leisten digitale Spiele zur Kultur? Oder anders gefragt: Warum sprechen wir eigentlich von digitaler Spielekultur?

Ein Spiel vereint Graphik, Musik und Text zu einem einzigartigen Kunstwerk, mit Programmierleistung als Klebstoff und Interaktion als Schlüsselelement. Es reagiert auf Entscheidungen, so dass keine Partie der anderen gleicht.

Welches Projekte oder Event, welche Initiative, welcher Trend in der Welt der digitalen Spielekultur liegt Ihnen besonders am Herzen?

Es ist spannend, darüber zu spekulieren, wohin uns Spiele in zehn oder zwanzig Jahren führen. Genauso aufregend ist das Beschäftigen mit historischen Spielen. Sie sind ein kreatives Zentrum für eine Vielzahl von Subkulturen. Die Kunstwerke mit Motiven von Spieleklassikern entwerfen. Die Musikstücke von damals neu mischen und in die Konzertsäle bringen. Und die noch heute Spiele für Heimcomputer und Spielkonsolen entwerfen, die seit Jahrzehnten nicht mehr im Handel sind.

Welche Erwartungen haben Sie an die Stiftung Digitale Spielekultur?

Dass sie ein Zentrum der kreativen Auseinandersetzung wird, inspirierende Projekte fördert und die Akteure zusammenbringt.

Ihr bleibendes Zitat zur digitalen Spielekultur?

“Gaming can make a better world” – Jane McGonigal

Rene Meyer

Rene Meyer

auf der Gamescom...

…und als Krieger Scartaris.