Wenn es um Computerspiele geht, zeigen sich viele Eltern und Pädagogen verunsichert. Die Landesmedienanstalten unterstützen sie deshalb mit wertvollen Tipps zur Medienerziehung.

 

Teil 1: Informieren

In der digitalen Spielwelt lauern viel diskutierte Gefahren. Das Suchtpotenzial, Reaktionen von Kindern auf gewalttätige oder pornografische Inhalte und Kostenfallen sind dabei nicht selten Bestandteil der Debatten. Computerspiele gehören jedoch längst zur Jugendkultur. Die Kinder müssen deshalb lernen, ihr Spielverhalten kritisch zu reflektieren. Um Eltern und Lehrer dabei zu unterstützen, den Kindern kompetent zur Seite zu stehen, haben die Landesmedienanstalten eine Reihe von Informationsangeboten zusammengestellt.

In der digitalen Spielwelt lauern viel diskutierte Gefahren. Das Suchtpotenzial, Reaktionen von Kindern auf gewalttätige oder pornografische Inhalte und Kostenfallen sind dabei nicht selten Bestandteil der Debatten. Computerspiele gehören jedoch längst zur Jugendkultur. Die Kinder müssen deshalb lernen, ihr Spielverhalten kritisch zu reflektieren. Um Eltern und Lehrer dabei zu unterstützen, den Kindern kompetent zur Seite zu stehen, haben die Landesmedienanstalten eine Reihe von Informationsangeboten zusammengestellt.

 

Unterstützung von Pädagogen

Die Stiftung Medienpädagogik Bayern hat zum Ziel, bei allen Altersgruppen einen selbstbestimmten, aktiven und kritischen Umgang mit aktuellen sowie künftigen Medienentwicklungen und Kommunikationstechnologien zu entwickeln und zu fördern.

Die Stiftung Medienpädagogik Bayern hat zum Ziel, bei allen Altersgruppen einen selbstbestimmten, aktiven und kritischen Umgang mit aktuellen sowie künftigen Medienentwicklungen und Kommunikationstechnologien zu entwickeln und zu fördern.

Die Stiftung Medienpädagogik Bayern bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien unterstützt Bildungseinrichtungen, wie Schulen und Kindergärten, bei der Planung und Durchführung von Informationsveranstaltungen mit Referenten aus der Medienpädagogik. Computerspiele sind dabei ein möglicher Schwerpunkt, zu dem Fragen nach Gefahren, Chancen und Kostenfallen beantwortet werden. Auf der Internetseitewww.stiftung-medienpaedagogik-bayern.de stehen darüber hinaus verschiedene Informationsmaterialien bereit. In Nordrhein-Westfalen wird ein ähnliches Konzept mit dem Projekt „Eltern+Medien“ verfolgt. Unterwww.elternundmedien.de können sich Pädagogen mit dem Angebot vertraut machen. Auf der Internetseitewww.klicksafe.de/referentensuche kann darüber hinaus gezielt deutschlandweit nach Referenten gesucht werden.

Schulen werden jedoch nicht nur durch kompetentes Fachpersonal, sondern auch durch vielfältige Informationsmaterialien unterstützt. Dazu gehört die Handreichung „Elternabende Computerspiele“ der Initiative klicksafe, die praktische Hinweise für die Strukturierung medienpädagogischer Veranstaltungen zum Thema „Digitale Spielwelten“ gibt. Auf www.klicksafe.de/elternarbeit und www.klicksafe.de/themen/spielen/computerspielefinden sich weitere Informationen dazu. Darüber hinaus können Pädagogen das Unterrichtsmaterial „Was spielst du so?“ der Landesmedienanstalt Niedersachsen für die 7. und 8. Klasse der Realschule nutzen. Die Schüler sollen dabei lernen, ihren Medienkonsum zu hinterfragen und Kriterien für die Beurteilung von Computerspielen entwickeln und anwenden. Die Broschüre steht unter www.nlm.de/u-materialien-computer-spiele.html zum Download bereit.

Das Projekt JAM! will durch forschendes Lernen die Sensibilisierung für Medieninhalte und die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Mediennutzung bei Jugendlichen erhöhen und sie motivieren, eigene Fragen zu stellen.

Das Projekt JAM! will durch forschendes Lernen die Sensibilisierung für Medieninhalte und die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Mediennutzung bei Jugendlichen erhöhen und sie motivieren, eigene Fragen zu stellen.

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen bietet mit dem Best-Practice-Kompass „Computerspiele im Unterricht“ ebenfalls Arbeitsblätter und Projektideen für Pädagogen an. Zudem erfreut sich „JAM! – Jugendliche als Medienforscher“ als Schulprojekt großer Beliebtheit, bei dem Jugendliche ihr Medienverhalten beobachten und auswerten. Ein Modul beschäftigt sich speziell mit der Thematik Computerspiele. Auf der Seite www.projekt-jam.dekönnen Lehrer mehr Informationen zur Umsetzung einholen. Die Stiftung Medienpädagogik Bayern ergänzt dieses Angebot durch die Unterrichtseinheiten „Alles nur ein Computerspiel? Chancen und Risiken erkennen und einschätzen“ für Dritt- und Viertklässler und „Generation Games? Digitale Spiele diskutieren und reflektieren“ für die 8. und 9. Jahrgangsstufe. Diese sind unter www.medienführerschein.bayern.de abrufbar. Für allgemeinbildende Schulen und Berufsschulen hat die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien die DVD „Digitale Spielwelten“ für Lehrkräfte entwickelt, die verschiedene Unterrichtsmodule umfasst. Pädagogen können zudem an einer ergänzenden Fortbildung teilnehmen, die praktische Hinweise für die Umsetzung im Unterricht gibt. Unter www.lpr-hessen.de/files/Digitale_Spielwelten_Flyer.pdf finden sich weitere Informationen dazu. Im Saarland erhalten Medienpädagogen unter anderem durch das Projekt „Faszination Web 2.0“ Hilfestellungen für das Einbinden von digitalen Anwendungen wie Computer- und Konsolenspiele in ihre Arbeit.

 

Informationsmaterial für Eltern

klicksafe ist eine Sensibilisierungskampagne im Rahmen des Safer Internet Programme der Europäischen Union zur Förderung der Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet und neuen Medien. Sie hat den Auftrag, Internetnutzern die kompetente und kritische Nutzung von Internet und neuen Medien zu vermitteln und ein Bewusstsein für problematische Bereiche dieser Angebote zu schaffen.

klicksafe ist eine Sensibilisierungskampagne im Rahmen des Safer Internet Programme der Europäischen Union zur Förderung der Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet und neuen Medien. Sie hat den Auftrag, Internetnutzern die kompetente und kritische Nutzung von Internet und neuen Medien zu vermitteln und ein Bewusstsein für problematische Bereiche dieser Angebote zu schaffen.

Besonders die Eltern sind jedoch häufig verunsichert, wenn es um den Medienkonsum der Kinder geht. Die Flyer-Reihe „Mit Medien leben – gewusst wie!“ der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen beschäftigt sich in der Ausgabe „Computerspiele“ mit Fragen nach Lerneffekten sowie Risiken und gibt speziell Empfehlungen für Eltern. Die Initiative klicksafe fasst in der Broschüre „Computerspiele-Tipps für Eltern“, die auch in Türkisch, Russisch und Arabisch verfügbar ist, zentrale Tipps für die sinnvolle Einbindung der digitalen Spiele in den Familienalltag zusammen. Ein weiterer Flyer beantwortet Elternfragen zum Themenfeld „Internet- und Computerspielabhängigkeit“. Diese und weitere Publikationen können unter www.klicksafe.de/materialien heruntergeladen werden. Speziell mit kinderfreundlichen Spiele-Anwendungen setzt sich die Broschüre „Apps sicher nutzen – Mobile Geräte in Kinderhand“ der Stiftung Medienpädagogik Bayern unter www.stiftung-medienpaedagogik-bayern.de/dateien/MedPaed-Brosch-Apps_Gesamt.pdf auseinander. Neben einer Anleitung, wie Sicherheitseinstellungen an den Geräten vorgenommen werden können, gibt es auch eine Übersicht, die erklärt, was Erziehende beachten sollten.

 

Aktuelle Entwicklungen im Blick

Bei der Beratung von Eltern und Pädagogen müssen auch aktuelle Entwicklungen berücksichtigt werden. Fachtagungen stellen dabei ein wichtiges Forum für den Informationsaustausch dar. Unter dem Titel „Spielen und Lernen im Netz?!“ steht in diesem Jahr auch das Treffen der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur im Saarland. Trends setzt darüber hinaus die Förderung des FilmFernsehFonds Bayern für qualitativ hochwertige und kulturell wertvolle Computerspiele. Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen stellt darüber hinaus regelmäßig aktuelle Studien vor, beispielsweise zu Suchtpotenzialen oder In-Game-Werbung.

 

Teil 2: Ausprobieren

Learning by doing. Dieses Motto ist auch bei den vielfältigen Projekten der Landesmedienanstalten Programm. Gerade bei Computer- und Konsolenspielen lohnt sich ein Ausflug in die digitale Welt für Kinder und Erwachsene.

Nur wenn Kinder und Jugendliche eigene Erfahrungen mit Computer- und Konsolenspielen sammeln, können sie lernen, ihr Medienverhalten kritisch zu reflektieren. Doch auch Eltern und Pädagogen entwickeln beim Ausprobieren ein besseres Verständnis von der längst zur Jugendkultur gehörigen digitalen Spielwelt. Die Landesmedienanstalten haben deshalb für diese Zielgruppen einige Angebote zusammengestellt.

 

Kreative Projekte für Kinder und Jugendliche

Das Projekt GamesLab ist eine integrierte Praxis-Forschungs-Aktivität, in deren Zentrum Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren aus Bayern stehen. Die Heranwachsenden werden über Werkstätten zu Computerspielen angesprochen und motiviert, sich selbst einzubringen und Materialien zu entwickeln, die ihre Sicht auf Computerspiele, verbunden mit Fragen, Anregungen und Handlungsempfehlungen, darstellen.

Das Projekt GamesLab ist eine integrierte Praxis-Forschungs-Aktivität, in deren Zentrum Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren aus Bayern stehen. Die Heranwachsenden werden über Werkstätten zu Computerspielen angesprochen und motiviert, sich selbst einzubringen und Materialien zu entwickeln, die ihre Sicht auf Computerspiele, verbunden mit Fragen, Anregungen und Handlungsempfehlungen, darstellen.

Dazu gehören zahlreiche Workshops, die sich mit Computer- und Konsolenspielen auseinandersetzen. In Rheinland-Pfalz regt das Projekt „check the games“ die Schüler dazu an, sich über ihre Nutzung digitaler Spiele aus der Sicht des Jugendmedienschutzes bewusst zu werden. Vor allem weiterführende Schulen sollen mit diesem Konzept angesprochen werden. Die Landesmedienanstalt Saarland hat für Schulen ein vielfältiges Angebot für verschiedene Klassenstufen zusammengestellt. Dabei werden bei „Games4Girls“ oder „Games4Boys“ vor allem geschlechterspezifische Spielgewohnheiten hinterfragt, bei „Smart und kreativ mit Spiele-Apps“ dreht sich hingegen alles um die Gestaltung der Spiele-Level auf den mobilen Geräten.  Bis Anfang dieses Jahres konnten sich Kinder und Jugendliche zudem in den kreativen Werkstätten des „GamesLab“ in Bayern ausprobieren.

 

Pädagogen und Eltern entdecken die Spielwelt

Spannende Projekte zum Ausprobieren gibt es jedoch auch für Erwachsene. Die Landesmedienanstalt Bremen veranstaltet den Computerspiel-Nachmittag „Von Wii bis WoW“, bei dem beliebte Games präsentiert und von den Eltern ausprobiert werden. Mehr Informationen dazu gibt es hier. In Schleswig-Holstein und Hamburg können Eltern beim „Game Treff“  ebenfalls verschiedene Computerspiele mit der Hilfe von Medienpädagogen testen. Die Niedersächsische Landesmedienanstalt ermöglicht Lehrern in weiterführenden Workshops, Spiele selbst zu gestalten.

 

Events für die ganze Familie

Mit dem MedienQuiz wollen FLIMMO und die Thüringer Landesmedienanstalt auf spielerische Weise die Medienkompetenz von Kindern und Erziehenden fördern und über Medien informieren. Familien können gemeinsam ihr Wissen rund um Fernsehen, Radio, Computerspiele, Internet und Smartphones testen und Neues aus der Welt der Medien entdecken.

Mit dem MedienQuiz wollen FLIMMO und die Thüringer Landesmedienanstalt auf spielerische Weise die Medienkompetenz von Kindern und Erziehenden fördern und über Medien informieren. Familien können gemeinsam ihr Wissen rund um Fernsehen, Radio, Computerspiele, Internet und Smartphones testen und Neues aus der Welt der Medien entdecken.

Gemeinsam macht alles einfach mehr Spaß. Deshalb haben die Thüringer Landesmedienanstalt und der FLIMMO das Große MedienQuiz für die ganze Familie entwickelt, das auch zahlreiche Fragen rund um die digitale Spielwelt bereithält. Auf www.medienquiz.de können Kinder und Eltern ihr Wissen testen. Auf der Internetseite www.klicksafe.de/quiz gibt es mit dem Quiz „Bist du ein Computerspiel-Experte?“ der Initiative klicksafe noch mehr Rätselspaß für die ganze Familie.

In Hamburg fand im September dieses Jahres wieder das „Play14“ statt, das Festival für kreatives Computer spielen. Neben zahlreichen Workshops für Kinder, Eltern und Pädagogen, gab es auch Ausstellungen und eine Fachtagung. Das genaue Programm kann unter www.creative-gaming.eu/category/play-14 nachgelesen werden. In Mecklenburg-Vorpommern lockt die ComputerSpielSchule in Greifwald zahlreiche Neugierige an, die sich hier beraten lassen oder neue Spiele ausprobieren möchten. Daneben werden auch Fortbildungen für Pädagogen, Veranstaltungen für Eltern und Familien sowie verschiedene Projekte und Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten. In Sachsen können Neugierige in der ComputerSpielSchule in Leipzig die digitale Spielwelt entdecken.  Unterwww.computerspielschule-greifswald.de und www.computerspielschule-leipzig.de gibt es mehr Informationen dazu.